WinTouch Test: HP Split x2

Die Anzahl an Windows Tablets sorgt langsam aber sicher für eine gewisse Unübersichtlichkeit auf dem Markt. Dabei stechen entweder die hardwaretechnisch überlegenen Geräte oder aber die exotischen Geräte hervor. Der letzteren Gattung ist das HP Split x2 zuzuordnenm. Es ist weder Tablet, noch Notebook. Auch ein klassisches Convertible ist es nicht. Tablet und die sogenannte Basis sind trennbar. Beide Teile bieten Dinge, die das jeweils andere Teil nicht hat, was logisch erscheint, aber kein Vorteil sein muss. So ist das Tablet von den Schnittstellen stark beschnitten.

Verarbeitung und Design

IMG_3174Das HP Split x2 ist aus hochwertigem Aluminium gefertigt und fühlt sich schon beim ersten Anfassen sehr gut an. Die Außenseite ist Silber, während die Innenseite der Tastatur und des Displays Schwarz sind. Die Oberfläche der Tastatur ist ebenfalls aus Aluminium, wodurch die Seite immer schön kühl bleibt, wenn man seine Hände beim Schreiben dort ablegt. Im geschlossenen Zustand sieht das Gerät etwas klobig aus, was vermutlich daran liegt, dass es stark abgerundete Ecken hat. Das muss auch so sein, denn sonst könnte man nur das Tablet nicht komfortabel halten. Was hingegen stört, ist das hohe Gewicht von rund 2,3 Kilogramm, wenn beide Teile verbunden sind. Aufgrund der Displayaufhängung wackelt das Display teilweise stark, wenn man es berührt.

Kameras, Mikrofon und Sound

Als eines der wenigen Tablets besitzt das HP Split x2 keine rückseitige Kamera. Die Frontkamera mit 2 Megapixeln verrichten durchschnittliche Ergebnisse. Für Videotelefonie auf jeden Fall ausreichend, mehr aber auch nicht. Dasselbe trifft auch auf die beiden Mikrofone zu. Für Videotelefonie reichen diese noch aus, dann sollte es aber auch möglichst ruhig sein und keine Nebengeräusche stören. Hier sehr ihr einige Beispielbilder der Frontkamera:

HP Split x2 Front (1) HP Split x2 Front (2) HP Split x2 Front (3)

HP hat bereits seit längerer Zeit eine Partnerschaft mit “Beats by Dr. Dre”, weshalb auch die eingebauten Lautsprecher diese Marke spendiert bekommen. Bereits auf der Verpackung befindet sich ein großer Aufkleber und auf der Displayseite in der linken oberen Ecke steht der Hinweis ebenfalls. Doch ist auch enthalten, was drauf steht? – Zumindest halbwegs. Die Lautstärke bricht zwar keine Rekorde, ist aber für die meisten Fälle ausreichend. Die Soundqualität, die deutlich wichtiger ist, ist als gut, wenn auch nicht großartig zu beschreiben. Es mangelt, wie bei mobilen Geräten üblich, am Bass. Da bringt auch das Beats Logo keine Wunder. Dennoch haben wir bereits deutlich schlechteren Ton auf ähnlichen Geräten gehört.

Abschließend gibt es hier noch einige Beispielbilder der beiden Kameras. Die ersten drei Bilder stammen von der rückseitigen Kamera, die anderen drei von der Frontkamera. Alle Bilder wurden bei relativ schwachem Licht im Innenraum aufgenommen:

Display

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Kommen wir zum wichtigsten Teil eines Tablets – dem Display. Dieses löst leider nur mit vergleichsweise geringen 1366 x 768 Pixeln auf, was vor allem bei kleinen Texten das Lesen erschwert. In der Kachelwelt fällt die geringe Auflösung hingegen kaum auf, die Kacheln sind ohnehin viereckig. Von den Farbwerten macht das Display einen guten Eindruck, der Schwarzwert ist ebenfalls zufriedenstellend. Was hingegen wirklich stört ist die geringe Helligkeit des Displays. Was bringt mir ein tolles IPS Display mit super Blickwinkeln, wenn die Helligkeit nicht annähernd für die Außeneinsatz reicht. Bei einem Gerät, welches dafür gemacht ist, ist dies besonders ärgerlich. Der Touchscreen verrichtet seinen Dienst, wie zu erwarten war, ohne Probleme. Im normalen Betrieb nicht weiter schlimm ist die Tatsache, dass das Display vergleichsweise starke Schlieren zieht, was aber nur in der Kacheloberfläche auffällt.

Konnektivität

IMG_3189HP hat sich sicherlich bei der Entwicklung dieses Geräts gefragt, wie sie die Anschlüsse verteilen sollen, beziehungsweise welche es wo geben soll. Die Aufteilung zwischen den beiden Geräteteilen ist leider nicht sehr gut gelungen oder zumindest nicht optimal gelöst.

Das Tablet selbst bekommt nämlich kaum Anschlussmöglichkeiten. Neben dem Anschluss für das Netzteil gibt es nur noch eine Headsetbuchse und das war es dann auch schon. Diese Ausstattung ist für ein Tablet mehr als dürftig. HP hat dies vermutlich gemacht, um Platz am Tablet zu sparen und schlichtweg nicht alle Anschlüsse doppelt zu verbauen. Betrachtet man die Anschlüsse an der Basis (Tastatur), dann gibt es kaum Anlass zur Kritik. Neben einem SD-Kartenleser gibt es natürlich noch einen USB 2.0 Anschluss und zusätzlich noch einen USB 3.0 Anschluss, damit vor allem externe Festplatten oder schnelle USB-Sticks angeschlossen werden können.

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Die Funkeinheiten sind allesamt im Tablet verbaut, alles andere wäre auch sinnlos gewesen. Neben Bluetooth 4.0 gibt es noch WLAN nach dem 802.11 b/g/n Standard. Etwas schade ist hingegen, dass es kein optionales 3G Modem gibt, obwohl an der Unterseite des Tablets ein Schacht dafür vorgesehen ist. Bei einem möglichen Nachfolger wird dieser vielleicht genutzt. Die WLAN Reichweite ist sehr gut. Es gab nie Probleme mit dem Empfang und auch die Geschwindigkeit ist als gut bis sehr gut zu bezeichnen. In diesem Punkt gab es vor allem bei Geräten aus Metall bereits große Probleme.

Performance, Akkulaufzeit und Betrieb

Die Performance ist für ein vollwertiges Windows Tablet am unteren Ende angesiedelt, dafür mit entsprechend langer Akkulaufzeit. Der Intel Core i5-4200Y taktet auf zwei Kernen mit jeweils 1,4GHz, was sich zwar nach wenig anhört, aber die Leistung ist für die meisten Programme mehr als ausreichend. Die integrierte Grafikeinheit hat sich im Vergleich zur vorherigen Generation zwar verbessert, aber es gibt noch Aufholbedarf. Dafür kann HP aber nichts, die haben sich für den völlig richtigen Chip entschieden. Zusammen mit 4GB Arbeitsspeicher gibt es keine Engpässe beim Arbeiten mit dem Gerät.

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Die im Tablet eingebaute SSD bzw. der Flashspeicher sorgt für einen rasanten Start des Systems und von den Programmen ebenso. Man könnte meinen, es geht kaum schneller. Das stimmt ja auch, nur bei anspruchsvollen Programmen kommt es zu Problemen. Zudem ist das Gerät auch nicht für Spiele geeignet, aber dafür ist es auch nicht gemacht.

Widmen wir uns der Tastatur. Diese wird immer mitgeliefert, was auch zwingend notwendig ist. Die einzelnen Tasten haben einen guten Abstand zu einander. Aus diesem Grund habe ich mich sofort wohlgefühlt. Es tippt sich auf Anhieb exzellent auf der Tastatur. Selten gibt es solch ein kompaktes Gerät mit einer Tastatur dieser Qualität. Außerdem ist noch genug Platz für ein ebenfalls großes Touchpad. Damit lässt sich das Gerät auch ohne Toucheingaben auf den Bildschirm wunderbar bedienen. Die Oberfläche ist angenehm und der Finger gleitet gut darüber. Auch von der Präzision ist das Touchpad sehr zu empfehlen.

Da die SSD mit 64GB relativ schnell mit den wichtigsten Programmen gefüllt ist, lagern wir weitere Daten wie Musik und Dokumenten auf der 500GB Festplatte aus – ein durchaus gewöhnliches Vorgehen. Das Problem bei dem HP Split x2 wird deutlich, wenn man bedenkt, dass die 500GB Festplatte in der Basis (Tastatur) verbaut ist. Aus diesem Grund gibt es unter anderem folgendes Problem: Wir hören Musik, die sich auf der großen Festplatte befindet und dann möchten wir auf die Couch und etwas im Internet surfen, immerhin haben wir ja ein Tablet – doch die Musik stoppt, als wir die Geräte trennen. Dies mag auf den ersten Blick völlig logisch klingen und das ist es auch, aber es ist auch blöd. Auf die SSD möchte man eben gerne alle wichtigen Programme installieren und für Daten ist dann nicht mehr viel Platz. Das System ist nicht wirklich durchdacht – der Ansatz ist aber gut.

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Es gibt aber noch einen unnötigen Kritikpunkt. Weil der Chip durchaus heiß werden kann, verbaut HP einen Lüfter. Dies geschieht auch bei Microsofts Surface Pro Modellen, aber beim HP Tablet läuft der Lüfter durchgehend, was ebenfalls nicht schlimm ist, aber die Lautstärke ist alles andere als in Ordnung. Wenn es ruhig ist und man arbeiten möchte, ist der Lüfter störend. Hat man hingegen den Ton an, stört er weniger, aber das muss echt nicht sein. Natürlich bleibt das Gerät dadurch kühler, aber für die Lautstärke ist der Effekt zu gering. Ich kann nicht beurteilen, ob wir ein schlechtes Testgerät erhalten haben, aber davon gehe ich grundsätzlich nicht aus.

Stimmt denn wenigstens die Akkulaufzeit? Man möge dabei bedenken, dass in Tablet und Basis jeweils ein Akku verbaut ist. Jeder davon hat ungefähr 30Wh. Bei einem FullHD Film, der mit dem VLC Media Player wiedergegeben wird, hält das Gerät 6 Stunden und 17 Minuten durch. Ohne die Basis sind es nur noch 3 Stunden und 48 Minuten. Wie Werte ohne Tastatur sind alles andere als gut, mit Tastatur sind die Werte dann gut, wenn auch keine Rekorde damit aufgestellt werden. Bedenkt man, dass die maximale Helligkeit relativ gering ist, fragt man sich, welche Komponenten so viel Strom verbrauchen. Während des Tests ist das Display auf die volle Helligkeit fixiert gewesen.

Software und Speicherplatz

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Wackelige Displayhalterung

Über Windows 8.1 müssen wir kaum noch Worte verlieren. Es ist zwar nicht auf dem Gerät vorinstalliert, aber das Update verlief ohne Probleme. Ebenso die Updates, die vorher und nachher gemacht werden mussten. Für HP untypisch, aber erfreulich ist die Tatsache, dass kaum unnötige Software vorinstalliert ist. Weiterhin ist der Speicherplatz mit 64GB (SSD) + 500GB Festplatte großzügig bemessen. Die damit verbundenen Probleme habe ich ja bereits aufgezählt.

Fazit

HP hat mit dem Split x2 ein interessantes Gerät im Angebot, welches leider einige unnötige Fehler macht. Neben dem zu dunklen Display und dem lauten Lüfter gibt es auch noch das Problem mit der Basis (Festplatte). Beeindruckend hingegen ist die Tastatur samt Touchpad und die Anschlüsse sind im verbundenen Zustand ebenfalls toll. Ich komme deshalb zu der kurzen Bewertung: Mehr Notebook als Tablet.

Wir bedanken uns herzlich bei HP für die Bereitstellung des Testmusters. Das HP Split x2 kann hier bei HP bestellt werden: HP Split x2

Abschließend findet ihr noch eine Pro- und Contraliste und die Gesamtwertung des Split x2:

Pro:HP Split x2

  • exzellente Tastatur und Touchpad
  • viel Speicherplatz
  • leistungsstarker Intel Core i5 Chip
  • hochwertige Verarbeitung
  • Anschlussvielfalt

Contra:

  • auch optional kein LTE oder HSPA+ Modem (3G)
  • Display viel zu dunkel
  • etwas wackelige Displayhalterung
  • störender Lüfter, auch im Leerlauf
  • großer Datenspeicher nur im Notebookbetrieb nutzbar
  • Akkulaufzeit (Tabletbetrieb)
  • geringe Displayauflösung

3 Responses

  1. Lycron sagt:

    Ich bin zu voll wie ein russe aber da steht doch es hat keine rück Kamera und dann sind da zwei Bilder von der rückkamera bei schwachem licht oder bin ich einfach nur weg?

  2. Daniel sagt:

    Das ist kein Konzept, klingt für mich alles total unlogisch. Zwei getrennte Festplatten, 2 getrennte Akkus und die gemeinsame Akkulaufzeit ist auch nicht besonders. Da komm ich ja auf die gleiche Laufzeit mit meinem Surface Pro 2 und das ist besser bestückt. Bei Pro viel Speicherplatz aufzuführen ist auch falsch meiner Meinung nach, weil den hab ich ja auch nur wenn ich beides verbinde. Komisches “Konzept”. Der Preis wäre noch interessant.

    • Jim Apollo sagt:

      Das Konzept kann ich schon nachvollziehen, ein Ultrabook das auch kurzfristig als Tablet funktioniert. Wer aus Erfahrung weiß, dass er die Tabletfunktion immer nur kurz benötigt, dafür ist sowas schon OK, jedoch muss ich Dir zustimmen, was die Umsetzung anbelangt. Da könnte es hier und da wirklich besser sein. Aber daher hat Marcel ja auch nur einen “flachen Daumen” vergeben. 😉

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