WinTouch Test: Nokia Lumia 530

Ein leistungsstarken Prozessor, möglichst kompakt, leicht und bezahlbar! Microsofts Nokia Lumia 530 Low-End Smartphone stellt sich unserem Test.

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Smartphones für den größeren Geldbeutel werden kontinuierlich veröffentlicht. Schwieriger ist es hingegen ein Gerät, welches qualitativ hochwertig ist, im unteren Preissegment zu finden. Eines dieser Geräte: Das Nokia Lumia 530.

Reicht das Nokia Lumia 530 für die meisten Bedürfnisse und Anforderungen? Bereits im Forum gab es einige Diskussionen über Veränderungen, im Vergleich zu den Vorgängergeräten, sowie Vor- und Nachteile des neuestem Low-End Smartphone von Microsoft. Durch die freundliche Unterstützung von Microsoft Deutschland durften wir eines der ersten Windows Phone 8.1 Geräte ausgiebig testen.

Verpackung und Lieferumfang

Wie auch alle anderen 30er-Serien steckt das Gerät nicht mehr in der rechteckigen Verpackung, sondern stattdessen in der neuen quadratisch-schlanken Verpackung mit einer abgeschrägten Kante. Eingeschachtelt wurde unter anderem ein 2,75 Watt (5 Volt & 0,5 Ampere – AC-20E) Schnellladegerät und der 5,3 Watt (3,75 Volt & 1430 Ampere – BL-5H) Akku, getrennt vom Handy. Zusätzlich zu unserer weißen Variante gab es ein “dark-grey” Gehäuse gratis dazu, welches sich auch als ideale Farb-Abwechslung oder sich grundsätzlich als Ersatz anbietet. Leider war´s das auch schon. Es wurde der Schachtel kein Headset und kein Micro-USB- zu USB Kabel beigefügt. Eine sehr enttäuschende Tatsache – trotz des Preises, meiner Meinung nach.

Verarbeitung und Handhabung

Mit einer Tiefe von 11,7 Millimetern, Breite von 62,3 Millimetern und einer Höhe von 119,7 Millimetern ist das Nokia Lumia 530 kleiner und leichter, wie die bisherigen Nokia Lumia 500 Serien-Smartphones. Die Wertigkeit des Gehäuses hat sich bereits bei den Vorgängern bewiesen und hat uns auch diesmal nicht enttäuscht. Auch wenn das Gehäuse zu Anfang sehr schwierig bzw. nur mit Feingefühl zu öffnen war. Im Gegensatz zum Vorgänger wurde hier sowohl auf die Kamera-Taste, den LED-Blitz als auch auf die Frontkamera verzichtet. Stattdessen wurde die Pixeldichte und die Prozessorleistung erhöht, die Frontbuttons sind nun ebenfalls im Display integriert und nicht mehr separat vom Display als eigene Tasten getrennt eingebaut. Mängel bei der Menüführung bzw. der Handhabung, durch die Integrierung in das Display, gibt es keine. Das Gehäuse liegt durch die abgerundete Ecken sehr gut in der Hand. Was etwas negativ auffällt ist der Übergang von Glas zum Gehäuse. Diese Kante ist relativ scharfkantig. Man rutscht öfter mit dem Finger vom Display über den Rand und das wird bei längerer Benutzung unangenehm. So kennen wir das eigentlich nicht von Nokia. Besorgnisse hinsichtlich der Verarbeitung des Polycarbonat-Gehäuses und des aus Glas bestehende Displays sind hingegen grundlos. Das Gewicht von 129g ist für ein so kleines Smartphone aber relativ hoch.

Kamera

Nokias besonders gutes “Auge” für Kameras wurde uns bereits durch zahlreiche Vorgänger-Modellen bewiesen, doch ob das Low-Level Gerät auch noch bei einem solchen Preis und einer Megapixel Anzahl von nur 5 Megapixeln Nokias Ruhm standhält ließ viele zweifeln. Nach technischen Angaben wird dies leider auch nicht besser, denn ohne LED-Blitz und ohne manuellem Fokus werden damit viele Nokia-Kamera Funktionen zunichte gemacht. Bei Tageslicht zeigt die Kamera ihre wahre Stärke, in Dämmerlicht verliert die Kamera ihren Fokus und verwischt die Aufnahmen. Um den fehlenden Blitz auszugleichen “verhellert” die Kamera das Foto nach der Aufnahme bei Schummerlicht künstlich. Das wirkt sich allerdings ehr negativ auf das Foto aus. Die Farbwerte nehmen mit zunehmender Dunkelheit spürbar ab. Videos werden zumindest noch in 720 p (HD, 1280 x 720 Pixel) mit 30 Frames/s aufgezeichnet. Zu den noch übrig gebliebenen Features der Kamera gehören Weißabgleich, kontinuierlicher Autofokus und vierfacher Video- und Kamera Zoom. Leider ist das Display auch etwas schwerfällig, sodass der Auslöser oft 2-3 mal betätig werden muss.

Konnektivität

An Kommunikationsmöglichkeiten sollte es keinem Handy mangeln, deshalb unterstützt das Nokia Lumia 530 Frequenzbereichen von EDGE bis hin zu HSDPA mit einer Maximalgeschwindigkeit von biszu 21 MBit/s. Das WLAN-Modul unterstützt die IEEE-802.11-Standards a/b/g/n und funkt in den Frequenzbereichen 2,4 und 5,0 GHz. Bluetooth 4.0 ist ebenfalls vorhanden. In unserem Testlauf sind uns keine niedrigen Empfangs und Übertragungsraten aufgefallen. Wir haben das Modell mit Dual-Sim Funktion und sind keineswegs enttäuscht worden. Leider mussten wir beim WLAN eine geringe Reichweite feststellen.

Display

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Eines der größten Mankos an diesem Handy betrifft das Display, bei einer Pixeldichte von nur 246 ppi (854 x 480 Pixel) sollte man sich hier keine allzu große Erwartungen setzen. Leider wird das Display auch nur noch durch ein normales Glas geschützt, welches für Kratzer sehr anfällig ist. Bei einer Neigung ab ca. 50° beginnt sich das Display zu verdunkeln, hierbei spielt es eine große Rolle, von welcher Perspektive das Display betrachtet wird. Beim Display hat man ordentlich gespart, sodass man bei näherer Betrachtung deutlich die Körnung erkannt werden kann. Positiv fällt uns auf, dass das Display nicht mehr so rau ist wie beim Lumia 520. Bei Neigung des Displays beginnt leider eine starke Lichtspiegelung, was das Betrachten im Freien erschwert. Leider fällt uns ferner auf, dass es bei schnellen Bewegungen am Display zu starken Verwischungen kommt. Die Display-Technik wird durch die LCD-Multipoint-Touch-Technologie geführt und ist zudem hoch sensibel.

Performance und Audio

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Windows Phone zeigt selbst auf Low-End Smartphone eine zuverlässige Performance. Nichtsdestotrotz gibt es einige Schwierigkeiten. Zunächst hat es mit einer Ram-Kapazität von 512 MB einen recht beengten Spielraum an Möglichkeiten, ohne das System zu beeinträchtigen. Durch den 1,2 Ghz Quadcore (Prozessorname: Qualcomm Snapdragon™ 200) sollte allerdings vieles dann wieder ausgeglichen werden, dennoch sollte auf Kleinigkeiten, wie auf einen zu hohen auflösenden Sperrbildschirm, geachtet werden, wenn die Performance beim Multitasking nicht beeinträchtigt werden soll. In unserem AnTuTu Benchmark erreicht das Gerät dank schnellem Prozessor aber immerhin 11554 Punkte.

Akku

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Überraschend stellte sich heraus, dass der 1450 mAh Akku zumindest für den Durchschnittsgebrauch über den Tag bis zum Abend durchaus genügt. Bei mir waren es beispielsweise durchschnittlich 10-20% Restkapazität am Abend. Nach offiziellen Angaben beträgt die Stand-by-Zeit maximal 22 Tage, die Sprechzeit 10-13,4 Stunden und die maximale Musikwiedergabelaufzeit sogar bis zu 51 Stunden. Das Gehäuse ist nicht mit dem Smartphone verschmolzen, somit stehen auch Akku-Austauschmöglichkeiten bei Bedarf zur Verfügung. Der bei uns übliche Akkuentleerer hat das Lumia 530 leider schon in 4:42 Stunden völlig ausgesaugt. Ein wirklich schlechter Wert – verglichen mit dem preislich und größenmäßig ähnlichem Archos 40 Cesium (knapp 7h)

Speicherkapazität

Microsoft verbaute hier die niedrigste Onboard-Kapazität von 4 Gigabyte und reduziert somit die Kapazität um die Hälfte, als es beim Vorgänger der Fall war. Eine Erweiterung mittels micro-SD ist aber gegeben. Die maximale Speicherkapazität beträgt folglich 128 Gigabyte. Somit dürfte die Kapazität für Monate hinweg genügen. Selbstverständlich steht auch Microsofts- Low-End-Smartphone die 15 (bis zu 20- bei automatischen Upload von Bildern durch das Smartphone) Gigabyte kostenloser Cloud-Speicher zur Verfügung. Eine SD-Karte sollte allerdings auf jeden Fall mit eingeplant werden.

Fazit

Durch die Meidung vieler teurer Komponente gingen viele ansehnliche Nokia-Features verloren, somit muss man beim Kauf eines Nokia Lumia 530 auf Funktionen wie “Blick” oder “Tap-to-Wake” verzichtet werden. Sicherlich ist dies nicht die einzige Schwäche, die das Low-End Smartphone mit sich bringt. So ist das Smartphone für sehr gute Aufnahmen oder YouTube-Videos durch die niedrige Auflösung am Display gänzlich ungeeignet. Stattdessen bietet es sich als ein guter Alltags-Begleiter an, für den einfachen Gebrauch. Hierbei dürfte die zwei Farbvarianten balancierte Abwechslung bieten. Gedacht ist das Smartphone für Einsteiger oder für den kleinen Geldbeutel, mit nicht allzu großen Bedürfnissen. Wir können aufgrund vorheriger Tests aber eigentlich nur vom Lumia 530 abraten. Das preislich ähnliche Archos 40 Cesium ist um längen besser durchdacht, bietet viel mehr Zubehör im Karton und hat einen viel besseren Akku, einen eingebauten Blitz und eine Frontkamera. Alles Dinge die Nokia durch künstliche Kastration beim Lumia 530 entfernt hat. Mehr als Telefonieren oder Surfen ist mit dem 4-Zöller nicht zu empfehlen. Sogar der Vorgänger, das Lumia 530, würden wir dem Anfänger eher ans Herz legen als dieses lieblose Gerät.

Vor- und Nachteile

Pro:Lumia530_award

  • MicroSD-Kartenslot mit einer maximal Kapazität von 128 GB
  • gute Verarbeitung
  • Quadcore-Prozessor
  • alternatives Wechselcover als Zubehör inklusive
  • günstig

Contra:

  • mittelmäßige Kamera
  • kein USB-Kabel im Lieferumfang
  • Displayqualität und fehlendes Gorillaglas
  • keine Kamera-Taste
  • aufwendige Wechselcover-Abmontage
  • geringfügige Arbeitsspeicher-Kapazität
  • miese Akkulaufzeiten
  • scharfkantiger Übergang zwischen Display und Gehäuse
  • WLan schwach

Der Windows Phone 8 Smartphonevergleich, vergleich doch z.B. mal das Nokia Lumia 530 mit …

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8 Responses

  1. Nico sagt:

    Zuviele Contras 🙁

    Meine Freundin hat ein 610 und würde sich gerne mal ein 8er WP kaufen, aber irgendwie haben ja fast alle Modelle irgendwelche (gravierenden) Nachteile.

    Ich selbst hab ein 620 aber finde irgendwie auch keinen Nachfolger 🙁

  2. Stefan sagt:

    Das Fehlen der Kamera-Taste würde ich in dieser Preisklasse nicht als Nachteil sehen. Die Kamera-Taste ist Exklusiv für die PureView Lumias, was auch verständlich ist.

    • Nico sagt:

      Mein 620 hat kein PureView aber trotzdem eine K-Taste!

      Und natürlich ist es ein Nachteil wenn man erst sein Handy aktivieren muss um dann die K-Taste drücken zu können.

      • Stefan sagt:

        Seit WP 8.1 (also 2014) ist diese Vorgabe gelockert wurden. Das spart Kosten um günstigere Geräte bauen zu können, und keiner erwartet im unterem Preissegment (unter 80€ für das 530) eine Super Kamera mit Hardware-Taste, diese Geräte sind für einen ganz anderen Nutzen bestimmt.

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