WinTouch Test: AIPTEK PocketCinema A100W

Heute testen wir ein, für uns zumindest, völlig neues Produkt. Den Pocketbeamer “PocketCinema A100W” der Marke AIPTEK. Wir wollen herausfinden was der kleine Beamer kann und wofür er sich eignet.

Verpackung und Lieferumfang

A100W ZubehörDer Beamer kommt in einem dunkel gehaltenen, gut gepackten und recht kompakten schwarzen Karton mit reichlich Zubehör.

  • Beamer
  • HDMI-Kabel
  • MHL-Kabel
  • Netzteil mit wechselbaren Anschlüssen (DE und US)
  • Mehrsprachige Bedienungsanleitung
  • Schutzhülle aus Neopren

In letzter Zeit findet man nicht gerade häufig ein so umfangreiches Zubehör, egal in welcher Gerätekategorie. Die meisten Hersteller sparen wo sie nur können. In so fern bleibt direkt ein erster positiver Eindruck.

Verarbeitung und Design

A100W SliderDer Beamer an sich ist sehr kompakt, mit gerade einmal 113 mm x 112 mm x 26 mm (LxBxH) bei nur 260 g ist er wirklich gut für unterwegs geeignet. Der integrierte Akku macht sogar unabhängig von Steckdosen, zumindest für eine gewisse Zeit. Das Kunststoffgehäuse kommt in weiß (glänzend) mit schwarzen Akzenten. Es ist zeitlos schick und wohl für jeden Anlass geeignet. Die Oberseite beherbergt neben zwei Logos ein Drehrad zum Einstellen der Schärfe und drei blaue LEDs zur Statusanzeige. Auf der Unterseite befinden sich vier gummierte Füßchen für einen sicheren Stand, der Lautsprecher, der Lüfter, das Reset-Loch des Gerätes und ein Stativgewinde aus Metall. Die Vorderseite beherbergt die in schwarz gehaltenen Belüftungsöffnungen sowie die Projektionslinse. Auf der rechten Seite finden wir die Ein-/Austaste, auf der linken Seite befinden sich die + und – Taste zur Regelung der Lautstärke und die Taste zur Einstellung der Helligkeit. Die Rückseite bietet Platz zum Anschluss vieler Kabel. Von links nach rechts: Die Klinkenbuchsen HDMI/MHL Input, HDMI Output, USB Stecker (5V/1A) und die Buchse für den Netzstecker. Alle Anschlüsse sind gut zu erreichen und passgenau eingesetzt. Auch sonst gibt es an der Verarbeitung nichts zu bemängeln. Keine scharfen Kanten, kein Klappern, alle Stecker gut zu erreichen und benutzbar. Das einzige was man in Zukunft noch verbessern könnte ist das Drehrad zum Einstellen der Schärfe. In manchen Fällen wäre eine leichtgängigere, feinere Justierung wünschenswert. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt.

Anbindungen an den Beamer

In diesem Bereich punktet das kleine Geräte ja schon mit seinen zahlreichen Anschlussmöglichkeiten per Kabel. Als mobiles Gerät soll es natürlich mehr können. Deshalb hat der Hersteller Aiptek einen Wi-Fi Access Point integriert. Somit lässt sich eigentlich fast jedes Smartphone dank der “EZCast” App (erhältlich für iOS, Android, Windows Phone 8, Windows 8 Client und Mac OS Client) mit dem Beamer verbinden. Aber auch ohne App kann man Zugriff auf den Beamer erlangen, zumindest später. Das ist dank Airplay bei Apple Geräten bzw. Miracast und DLNA bei Android und Windows (Phone) möglich. Hierbei sollte man jedoch vorher sicherstellen ob das eigene Gerät die Funktion unterstützt.

A100W SamplePic2Beim einschalten des Beamers wird immer ein Infobild angezeigt, wie man eine Verbindung mit dem Gerät herstellen kann. Dies hilft vor allem bei den ersten Schritten und sollte von jedem umsetzbar sein. Man muss lediglich auf die Wahl des richtigen WLANs achten. Mit Hilfe der App kann sich der Beamer auch mit dem heimischen Netzwerk verbinden. Das Smartphone (z.B.) mit der installierten EZCast App dient in dem Fall als Hilfe zur Eingabe und Auswahl.

Schaltet man das Gerät das erste mal ein, muss man über die App eine Verbindung zum Beamer aufbauen. Dazu verbindet man sich zuerst mit dem WLAN des Beamers. Das benötigte WLAN Passwort zeigt der Beamer an! Steht die Verbindung kann man schon mit der App Fotos, die Kamera, einen Webbrowser, Videos und vieles mehr anzeigen lassen. Das Menübild selbst wird dabei nicht angezeigt. Also nicht wundern, wenn ihr erstmal nur das Startbild des Beamers seht. Ganz unten befindet sich in der Windows Phone App der Button “EZMirror”. Hiermit kann man den kompletten Inhalt seines Smartphones über den Beamer ausgeben lassen. Einfach auf “On” schalten, die WLAN Verbindung zum Beamer trennen, ins Heimnetzwerk verbinden und …

… unter Windows Phone 8: Beamer im Heimnetzwerk, Windows Smartphone ebenfalls im selben Heimnetzwerk; Unter Einstellungen –> Externe Anzeige (Gruppe “System”) –> Projektor sollte in der Liste erscheinen. Antippen zum Verbinden.

… unter Windows 8: Beamer im Heimnetzwerk, Windows 8 PC ebenfalls im selben Heimnetzwerk: Win + C (Charms Bar rechte Seite) –> Geräte –> Projizieren –> Unten “Mit einer anderen Anzeige verbinden” wählen –> Den Projektor auswählen.

Falls dieser nicht gefunden wird “Drahtlose Anzeige hinzufügen” wählen. Teilweise kann es dabei zu Problemen kommen, da das Gerät nicht für Windows 8 zertifiziert ist. Der Beamer wurde in diesem Fall trotzdem installiert und ist nutzbar.

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Bei der EZMirror Funktion tritt jedoch immer eine leichte Verzögerung in der Übertragung ein. Eine weitere sehr nützliche Funktion ist dank des HDMI Ausgangs möglich. Der Beamer kann somit an ein HDMI Anzeigegerät angeschlossen werden, das Smartphone wird mit dem Beamer verbunden und die Ausgabe erfolgt nicht mehr über den Beamer sondern über den angeschlossenen TV/Monitor. So kann man die Anzeige des Smartphones auch unter z.B. für den Beamer schlechten Lichtbedingungen für mehrere Personen sichtbar machen. Ein wirklich nützliches Feature! Ein Beamer am Beamer sollte damit möglich sein, toller Gedanke. Wer übrigens sehen will wie sich ein XBox 360 Spiel am Beamer schlägt, das bei nicht gerade guten Lichtbedingungen und keiner guten Projektionsfläche, sollte sich dieses Video angucken. Gut zu hören ist auch die Soundausgabe des Beamers.

Bildqualität

Kommen wir wohl zum wichtigsten Punkt eines Beamers, die Bildqualität. Nachdem der Beamer bis hierhin vollends überzeugen konnte kommt jetzt ein erster negativer Punkt. Aber erst das Positive: Die RGB-LEDs bringen es auf bis zu 120 Lumen im Enhanced Modus. Der Modi Normal schafft noch 85 Lumen, Eco kommt auf 60 Lumen. Nicht schlecht für den mobilen Begleiter, in den meisten Situationen ist das auch ausreichend. Eine leichte Verdunklung des Raums reicht für viele Anwendungsgebiete aus. Bei heller Umgebung sollte man darauf achten nicht zu dunkle Bilder zu projizieren. In dem Fall erkennt man nämlich kaum noch etwas. Neben der guten Helligkeit sind auch die Farben noch schön kräftig. Das Kontrastverhältnis beträgt übrigens 1000:1. Die projizierte Bildgröße reicht von 36 bis 300 cm in der Diagonale. Für Schulungen, Vorträge und Demos in kleinen Gruppen reicht das vollkommen aus. Das Bildformat beträgt 16:9 bei einer Auflösung von 854 x 480 Pixeln.

Und genau da liegt ein Kritikpunkt. Die Auflösung ist für das Jahr 2015 gefühlt zu gering. Schriften wirken manchmal pixelig und dürfen auf keinen Fall zu klein sein, Bilder und Filme verlieren Details. Genau in dieser Disziplin sollte ein Beamer jedoch keine Schwächen zeigen. Geräte wie das beliebte Lumia 640 mit HD (1280 x 720 Pixel) Auflösung werden nicht nativ dargestellt, dazu reicht die Auflösung nicht. Eine Leinwand oder glatte weiße Fläche ist ein Muss, ansonsten leidet die Bildqualität zusätzlich. Ein wirklich sonst gutes und durchdachtes Gerät schwächelt leicht bei einer der wichtigsten Disziplinen. Man sollte jedoch auch nicht vergessen wie klein und kompakt das Gerät ist, da sind Einschnitte gegenüber den großen, nicht mobilen Beamern, einfach vorprogrammiert. Vielleicht waren auch einfach nur die Erwartungen zu hoch. Helligkeit, Farbdarstellung und Kontrast wissen zusammenfassend zu überzeugen, die Auflösung dürfte in Zukunft ruhig höher ausfallen.

Akkulaufzeit

Ein wohl eher untypischer Punkt für einen Beamer. In diesem Fall aber tatsächlich sinnvoll. Laut Hersteller erreicht man (via HDMI-Kabel) im Enhanced Modus bis zu 80 min, unter Normal 100 min und unter Eco 120 min Akkulaufzeit. Ob eine Präsentation, ein Video oder eine Bildershow verwendet wurde wird jedoch verschwiegen. Unser Test im Modus “Normal” unter Verwendung der EZMirror Funktion ergab eine Laufzeit von 75 min. Übertragen wurde ein Film. Der Wert liegt deutlich unter den 100 min, die man mittels HDMI Kabel erreichen kann, sollte jedoch für eine Präsentation ausreichend sein. Eine weitere nützliche Funktion bietet der Beamer aber auch diesmal. Ein am USB Anschluss angeschlossenes Smartphone wird dank des internen Akkus (7,4V/2000 mAh) mit maximal 5V/1A geladen. Der Beamer muss dafür lediglich im Standbymodus sein. Somit hat man neben dem Beamer gleichzeitig auch immer eine kleine Powerbank mit dabei.

Betriebsverhalten

Die Windows Phone App und der Windows 8 Client sind leicht verständlich und einfach zu bedienen. Bei der Android App verhält es sich ähnlich. Auch die Stabilität der Anwendungen konnte unter jedem System überzeugen, so kam es kaum zu abstürzen. Der Funktionsumfang ist ebenfalls gut. Leider erzeugt der Lüfter des Beamers im Betrieb einen sehr hohen Lärmpegel. Das ist auf Dauer störend und sollte nach Möglichkeit mit der nächsten Generation verbessert werden. Der Lärm ist vergleich mit manchen Notebooks dessen Lüfter unter Volllast läuft. Die Wärmeentwicklung hielt sich auch bei langen Einsätzen in Grenzen. Als Betriebstemperatur gibt der Hersteller 5°C – 35°C an. Neben dem lauten Betriebsgeräusch fällt noch etwas negativ auf. Die Gumminoppen am Boden des Gerätes sorgen zwar für einen rutschfesten Stand, sie lassen sich aber nicht in der Höhe verstellen. Somit muss das Gerät immer auf einer waagerechten Unterlage stehen und zusätzlich auf der Höhe auf der das Bild projiziert werden soll. Individuell einstellbare Drehfüße oder etwas ähnliches wären eine bessere Lösung gewesen.

Fazit

Ein Fazit fällt in diesem Fall nicht einfach. Einerseits ist der Beamer wirklich kompakt, verfügt über viel Zubehör, besitzt einen integrierten Akku und ist mit sehr vielen Geräten dank Airplay, Miracast und der EZCast App kabellos zu bedienen und vielseitig nutzbar. Farbe, Kontrast und Helligkeit wissen ebenfalls zu überzeugen. Die für 2015 nicht mehr aktuelle Auflösung und der zu laute Lüfter sind jedoch zwei gewichtige Negativpunkte. Fehlende einstellbare Standfüße sind ebenfalls nicht perfekt, aber in vielen Fällen verschmerzbar. Der Preis von aktuell ca. 310 € (Stand: 16. Juni 2015) geht in Ordnung. Die Konkurrenz ist manchmal billiger, kann dann aber weniger oder ist nicht mehr wirklich kompakt. Wer keinen Beamer für das Heimkino erwartet wird nicht enttäuscht. Präsentationen von Vertretern und Geschäftsreisenden an Orten die keinen Beamer bereitstellen sind das Hauptanwendungsgebiet. Aber auch das schnelle Teilen von Inhalten vom Smartphone oder Tablet funktioniert sehr gut. Hin und wieder kann man sich auch einen Film über das Gerät angucken oder gar eine Spielekonsole anschließen, das sollte aber nicht die Regel sein, denn dafür gibt es sicherlich bessere Geräte. In seiner Klasse gehört der PocketCinema A100W von Aiptek zu den Besten. Jedoch hat die gesamte Geräteklasse an sich noch ein paar Hindernisse zu bewältigen bevor die Geräte ohne Einschränkungen nutzbar sind.

Positiv:Aiptek_a100W

  • Viel Zubehör
  • Gute Verarbeitung
  • Gute Anbindung an viele verschiedene Geräte
  • Kompakt mit integriertem Akku
  • Helles, kontrastreiches Bild
  • Nützliche Bedienungsanleitung
  • Nützliche Zusatzfunktionen

Negativ:

  • Zu geringe Auflösung
  • Hohe Betriebslautstärke
  • Keine höhenverstellbaren Standfüße
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. 🙁

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  • Dieses Thema hat 5 Antworten und 3 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 3 Jahre, 11 Monaten von Arno Burkheiser.
Ansicht von 6 Beiträgen - 1 bis 6 (von insgesamt 6)
  • Autor
    Beiträge
  • #40674 Antworten
    Bjoern
    Moderator

    Heute testen wir ein, für uns zumindest, völlig neues Produkt. Den Pocketbeamer “PocketCinema A100W” der Marke AIPTEK. Wir wollen herausfinden was der
    [Den ganzen Beitrag lesen unter: WinTouch Test: AIPTEK PocketCinema A100W]

    #40675 Antworten
    Frank
    Gast

    Schöner Test. Genau danach hab ich gesucht. Auf die Nebengeräusche lege ich kaum Wert. Also denke ich dieser Beamer wird in die engere Kaufentscheidung miteinbezogen

    #40676 Antworten
    Bjoern
    Moderator

    Aber bitte nicht das Bild eines Heimkino Projektors erwarten. Und ich musste mich auch erst ein paar Tage an das Gerät gewöhnen, am Anfang war ich echt gar nicht begeistert. Deshalb nicht sofort verzweifeln 😉 Nachher fand ich ihn schon ganz cool.

    #40677 Antworten
    THans
    Teilnehmer

    “”Präsentationen von Vertretern und Geschäftsreisenden an Orten die keinen Beamer bereitstellen sind das Hauptanwendungsgebiet.”” – naja ich habe in den letzten 15 Jahren eigentlich keine Meetingraum mehr ohne Beamer gesehen…. Und selbst wenn keiner da wäre, würde man sich mit so einem Teil eher ins Abseits schieben…… Cooler wäre ein Device welches Airplay/Miracast auf VGA/HDMI/DVI/DP wandelt – so das man sein Laptop/Tablet nicht mehr an den Beamer/Confsystem anklemmen muss.

    Und sehr trefflich die Auflösung moniert! Ich finde es ehrlich gesagt schlimm das es immer noch etliche Firmen gibt die meinen mit einem VGA Kabel am Beamer Vorne dabei zu sein – in Zeiten von Beamer/Confsysteme mit FullHD und mehr ist so eine analoge Übertragung stumpf nicht mehr Zeitgemäß

    #44496 Antworten
    Felicitas
    Gast

    Die RGB-LEDs bringen es auf bis zu 120 Lumen im Enhanced Modus. Der Modi Normal schafft noch 85 Lumen, Eco kommt auf 60 Lumen. Nicht schlecht für den mobilen Begleiter, in den meisten Situationen ist das auch ausreichend. Eine leichte Verdunklung des Raums reicht für viele Anwendungsgebiete aus. Bei heller Umgebung sollte man darauf achten nicht zu dunkle Bilder zu projizieren.

    Wow das ist für einen so kleinen Beamer gar nicht schlecht. Wenn man wie hierzulande üblich sozusagen einen “Fußballfeldervergleich” anstellt und das mal mit professionellen Lichterzeugern vergleichen würde, merkt man, dass das schon ordentlich ist. Hier ist eine Tabelle für LED-Modul-Strahler, in der man mal sieht, was in einer sehr viel höheren Preisklasse und bei ganzen anderen Anforderungen die lumen-Leistung wäre. Nämlich in diesem Fall, wir nehmen mal den kleinsten Strahler, bei einer Leistung von 90W (lässt sich am besten mit einem 100W-Beamer vergleichen, oder?), einer Eingangsspannung von 230V (AC) und einer Frequenz von 50/60 Hz: 9.600 lumen. Dafür braucht es 54 LEDs, Maße von 268 x 331 x 70 mm und ein Gewicht von 7,8kg – vergleicht man diese Zahlen mit der einen LED, den 113 mm x 112 mm x 26 mm und 260g des hier getesteten Geräts, sieht man, was da an Maximalwert an Power in möglichst kompakte und transportable Form gebracht wurde.

    (Sorry, konnte nicht widerstehen – wir leben in einer Medienlandschaft der absurden Vergleiche und da will man einfach mitmachen.)

    #46042 Antworten
    Arno Burkheiser
    Gast

    Hallo

    Das benötigte WLAN Passwort zeigt der Beamer an!bei mir
    nicht !!! wo her bekomme ich der
    Passwort

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