WinTouch Test: Acer Liquid M220 Plus

Acer ist zurück! Mit dem Acer Liquid versucht sich der Laptop-Spezialist nach 2011 erneut im Windows Phone Segment. Nach dem Acer Allegro heißt das Windows Phone aus dem Hause Acer nun Liquid M220. Die in Deutschland erhältliche Variante M220 Plus hat statt 512 MB RAM jedoch ausreichende 1 GB RAM. Wiedereinmal stellte uns notebooksbilliger.de das Gerät zur Verfügung.

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Verpackung und LieferumfangAcer_LiquidIMG_2276

Acer setzt auf eine relativ unspektakuläre, rechteckige Verpackung. Gefüllt ist der Karton aber mit allem nötigen, um sofort loszulegen. Neben Smartphone und Akku gibt’s noch ein USB-Kabel, ein Ladegerät und das relativ unspektakuläre Headset. Microsoft hingegen hat in seinen Kartons deutlich weniger Inhalt. Als Besonderheit möchten wir den Inhalt nun aber wirklich nicht bezeichnen.

Technische Daten

Prozessor:

  • CPU-Name: Snapdragon 200
  • Anzahl Kerne: Dual-Core
  • Taktfrequenz: 1.200 MHz

Speicher:

  • Speicher für Nutzerdaten: 8 GByte
  • Maximale Speicherkartengröße: 32 GByte
  • Unterstützte Speicherkartentypen: microSD-Speicherkarten
  • Arbeitsspeicher: 1 GByte (Plus-Variante)

Akku:

  • Kapazität: 1.300 mAh
  • Akkuspannung: 3,7 V
  • Auswechselbarer Akku: Ja

Display:

  • Größe: 4 Zoll
  • Display-Technik: TN-LCD-Planel
  • Auflösung des Displays: WVGA (480 x 800 Pixel)
  • Pixeldichte: 233 ppi

Hauptkamera:

  • Fokus (Typ): Autofokus
  • Auflösung: 4,9 MPix
  • Blitzlicht (Typ): LED-Blitzlicht
  • Videobildauflösung der Kamera: 720p

Zweite Kamera auf der Vorderseite des Geräts:

  • Auflösung: 2 MPix
  • Funktionen der Kamera auf der Vorderseite:  89° Weitwinkel
  • Videobildauflösung der Kamera auf der Vorderseite: 720p

Abmessungen:

  • Länge: 124.9 mm
  • Breite: 64 mm
  • Höhe: 9,6 mm
  • Gewicht: 119g

Verarbeitung und Design

Alles in allem haben wir ein robustes dafür aber relativ dickes Gerät vor uns. Das abnehmbare Rückcover aus Plastik immitiert Gewebefasern. So fühlt sich das Gerät an wie Stoff. Das ist eine gute Idee und vermeidet vor allem Fingerabdrücke oder das Abrutschen mit der Hand. Leider neigt die etwas raue Oberfläche auf unserem weißen Gerät dazu, schnell zu verschmutzen. Den Rand des Gerätes ziert eine silberne, mit kleinen Zacken versehene Zierleiste. Dies wertet das Gerät optisch auf. Nachteil dieser Zierleiste ist, dass man die Bedienknöpfe an der rechten Seite des Gerätes nicht so einfach blind mit den Fingern ertasten kann.

Acer setzt, im Gegensatz zu anderen OEMs, nicht auf ein vorgefertigtes Referenz-Modell, sondern hat das Smartphone selbst entwickelt. Das Handy ist in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich. Wie bereits erwähnt befinden sich die Bedienknöpfe (Lautstärkewippe und Powerbutton) rechts, wie bei den Lumia-Modellen von Microsoft. Einen dedizierten Kameraknopf gibt es nicht. Auch auf kapazitive Touch-Tasten wurde verzichtet. Wer meine Testberichte kennt, wird wissen was ich am wenigsten mag: Den USB-Ladeport am oberen Ende des Smartphones anzubringen. Auch das ist hier leider geschehen. Was leider weiterhin zu bemängeln ist, ist die Tatsache, dass das Display relativ klein auf dem Gerät wirkt. Das 4″ Display hat oben und unten extrem viel Platz ungenutzt gelassen, warum Acer in diesem Fall auch noch auf Software-Touch-Tasten setzt und das Display dadurch zusätzlich kleiner macht ist mir ein Rätsel. Das Gerät hätte demnach wesentlich kleiner sein können. Das Display misst in der Höhe gerade einmal 88 mm. Das Smartphone ist aber 129 mm hoch. Also knapp 4cm (!) verschenkter Platz.

Die Kameras

Häufig bemängeln wir bei günstigen Smartphones die Kameras. Vor allem die Kameras aus OEM-Modellen schneiden bei uns regelmäßig schlecht ab. Microsoft stellt da oft die einzige Ausnahme, was gute Fotos angeht. Aber nicht so das Acer Gerät. Zumindest die 4,9 Megapixel Hauptkamera macht erstaunlich gute Fotos. Zwar keine überragenden – ala Lumia 640/640XL – aber für diese Preisklasse deutlich bessere, als beispielsweise das Microsoft Lumia 532. Es sind zwar “nur” 4,9 Megapixel aber die reichen im Acer für annehmbare Fotos.

Die 89° Weitwinkel-Frontkamera hingegen ist auf dem Niveau von OEM-Geräten. Hier kommt nur Pixelbrei heraus (Bild 1). Auch die Video-Funktion der Hauptkamera lässt erstaunlich gute Videos (in 720p) zu. Allerdings nur, wenn man sein Ziel auch findet – dazu aber später mehr. Eine Video-Stabilisierung ist verständlicherweise nicht mit an Bord.

Konnektivität

Das Acer Liquid M220 Plus ist ein Dual-Sim Gerät. Interessanterweise lassen sich in einem der Sim-Schächte eine Standard-Sim, in den anderen eine Micro-Sim einsetzen. Wer also nicht sofort eine der beiden Formate zur Hand hat, kann die Sim in den entsprechend passenden Slot stecken. Der Nutzer kann mit dem Gerät per UMTS Surfen. LTE ist nicht dabei. Wlan-Standards werden leider nur b/g/n unterstützt, was aber wohl den meisten Nutzern genügen wird. Auf DLNA muss man, wie auch auf NFC, verzichten.

An Sensoren hat Acer ebenso fleißig gespart. Neben dem Umgebungslichtsensor und den üblichen Bewegungssensoren ist weiterhin nichts verbaut. Ein Kompass sucht man natürlich vergebens.

Display

Das bisher gar nicht so schlechte Smartphone hat einen enormen Nachteil: Das Display. Ich hatte schon sehr, sehr viele Smartphones in der Hand, aber so etwas schlechtes wie das Acer Liquid M220 Plus noch nicht. Das Gerät ist praktisch unbedienbar und man kann absolut nichts auf dem Display erkennen, wenn man es auch nur ein wenig zu schräg hält. Das ganze spitzt sich nochmal zu, wenn man auch nur die Idee hat, draußen Fotos mit dem Gerät machen zu wollen, geschweigedenn jenseits von Laborbedingungen irgendwelche Internetseiten mit dem Gerät aufrufen möchte. Die Blickwinkel des Displays sind einfach so dermaßen schlecht, dass das relativ gute Design und die gute Kameraqualität zunichte gemacht werden. Einfach nur durch das furchtbare Display 🙁

Das ganze liegt daran, dass im Gerät ein sogenanntes TN-Panel (Twisted Nematic) verbaut ist. Das musste ich auch erst einmal recherchieren. Vorteile dieser vorsintflutlichen Technik sind die geringe Stromaufnahme und, wie sollte es anders sein, die Herstellungskosten. Die Nachteile, also die schlechten Blickwinkel, überwiegen bei einem Smartphone aber enorm. Auch die Navigation mit den Fingern oder das Schreiben von Texten ist eine Qual auf dem Gerät. Oft werden wie von Geisterhand Eingaben bei der Texteingabe gemacht. Und das Scrollen auf Webseiten ist sehr unpräzise.

Hinzu kommen die schlechten Farbwerte des Displays und die eher Grau wirkenden Schwarzwerte. Alles in allem – nicht zu gebrauchen 🙁

Performance und Audio

Acer_Liquidwp_ss_20150725_0001Glücklicherweise kommen wir in Deutschland in den Genuss der Plus-Variante, mit 1 GB RAM. Das ist auch bitter nötig. Die Performance ist, obwohl uns der AnTuTu Benchmark mit gerade einmal 7275 Punkten schockierte, eigentlich recht Ok. Verbaut ist zwar “lediglich” ein DualCore-Prozessor, aber weder Windows Phone, noch bei hardwareintensiven Spielen, wie beispielsweise Asphalt 8, konnten wir Ruckler bemerken. Ich konnte sogar als Sieger durchs Ziel fahren. Aber technisch ist das Gerät bestenfalls auf dem Stand eines Gerätes von 2013 (Zur Erinnerung: Das Huawei Ascend W1 hatte sogar über 8900 Punkte). Acer lässt zwar durchblicken, dass das Acer Liquid M220 irgendwann mal Windows 10 bekommen wird, ich würde das Gerät damit aber ungern quälen wollen. Die Sprachqualität ist in Ordnung und nicht groß erwähnenswert. Der Lautsprecher ist eher ein Leisesprecher und kennt so gut wie keine Bässe. Hier hätte sich Acer wohl bei der Konkurrenz Hilfe holen müssen. So geht das nicht.

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AkkulaufzeitAcer_Liquidwp_ss_20150725_0002

Wer den Text bis hier her gelesen hat, ist wohl auch über den relativ kleinen Akku, in den “technische Daten” gestolpert. Acer hat sich doch tatsächlich getraut lediglich einen 1.300 mAh Akku dem Gerät beizulegen. Dieser kleine Schmalspurakku leistet auch genau das was draufsteht. Nämlich kaum etwas. In unserem Akkuentleerer-Test war nach knapp dreieinhalb Stunden Schluss. Das ist nicht nur absolut unter jedem Durchschnitt, sondern einfach mieserabel. Auch in der Realität zeigt sich der miese Akku von seiner schlimmsten Seite. Wir haben es gerade so geschafft gut 8 Stunden mit Telefonieren, Surfen, und einer Runde Asphalt 8 zu überstehen. Aber das Display verhindert sowieso die Ausführung jeder einigermaßen interessanten App. Also kann man das Gerät auch getrost in die Ecke legen, um eventuell Strom zu sparen.

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Speicherplatz und Erweiterungsmöglichkeiten

Intern verfügt das Gerät über 8 GB Speicher. Diese sind aber schon von Haus aus zu etwa Dreiviertel voll, sodass man unbedingt nachrüsten sollte. Wer jetzt aber seine 128 GB Micro-SD aus dem Schrank holt, kann diese gleich wieder zurück bringen. Denn das Acer Liquid mag gerade einmal 32 GB Micro-SD Karten. Mehr wird offiziell nicht unterstützt. Wir konnten das leider nicht testen.

Zusätzliche Software

Wie bei allen OEMs üblich (HTC und Samsung mal ausgenommen), hat Acer keine eigenen Apps am Start. Somit wird das Acer Liquid M220 Plus mit einem Stock-Windows Phone ohne jeglichen Schnickschnack geliefert. Leider ist auch der Support von Fremd-Apps eingeschränkt. Die ProCam App oder andere Kamera-Apps, außer die hauseigene Microsoft Kamera, funktionieren schlichtweg nicht. Das konnten wir allerdings auch schon bei den anderen OEM-Geräten feststellen.

Fazit

Vom Acer Liquid M220 Plus habe ich mir vor dem Auspacken viel versprochen. Endlich wieder ein namhafter Hersteller mit einem Windows Smartphone. Doch ich wurde mehr als enttäuscht. Das im Gerät verbaute Display und der minimalistische Akku machen das Smartphone zu keinem Gerät, was in irgend einem Nutzung-Szenario Spaß macht.

Ich hatte selten so wenig Spaß mit einem Smartphone, wie mit dem Acer Liquid. Mir kommt es so vor als lag das Gerät seit 2013 in einer Schublade bei Acer und wurde jetzt durch Zufall gefunden und veröffentlicht. Die Technik ist altbacken, das miese Display hat katastrophale Blickwinkel und passt irgendwie aufgrund seiner Größe nicht auf das Smartphone. Es wirkt alles alt und unausgegoren. Die Soundausgabe des Lautsprechers, ist alles andere als laut und der Speicher kann gerade einmal um 32 GB erweitert werden. Sorry aber eine Kaufempfehlung sieht bei weitem anders aus. Finger Weg, wenn ihr mich fragt, auch wenn es nur 89 € kostet!

Positiv

  • Gute Hauptkamera
  • Rutschfestes Backcover
  • Wechselbarer Akku

Negativ

  • Displayblickwinkel
  • Displaybedienung
  • Akkulaufzeiten schlecht
  • Alte Hardware
  • Frontkamera
  • Nur mit 32 GB MicroSD nachrüstbar
  • Lautsprecher zu leise

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Wir danken an dieser Stelle notebooksbilliger.de für die Bereitstellung des Gerätes


Der Windows Phone 8 Smartphonevergleich: Vergleiche doch z.B. mal das Acer Liquid M220 Plus mit …

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  • Dieses Thema hat 2 Antworten und 2 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 5 Jahre von Tobias.
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    Beiträge
  • #41760 Antworten
    Tobias
    Verwalter

    Acer ist zurück! Mit dem Acer Liquid versucht sich der Laptop-Spezialist nach 2011 erneut im Windows Phone Segment. Nach dem Acer Allegro heißt das Wi
    [Den ganzen Beitrag lesen unter: WinTouch Test: Acer Liquid M220 Plus]

    #41799 Antworten
    Stefan
    Teilnehmer

    Schade, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Es gibt Gerüchte das Acer wahrscheinlich zur IFA vier neue Smartphones mit Windows 10 Mobile vorstellen wird. Diese werden auf jeden Fall besser und es wird bestimmt auch ein HighEnd Gerät dabei sein.

    #41810 Antworten
    Tobias
    Verwalter

    @Stefan, dass hoffe ich doch stark. Auf dass sie solch einen Schrott nicht mehr anbieten…

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Antwort auf: WinTouch Test: Acer Liquid M220 Plus
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