WinTouch Test: Trekstor MiniPC W1

Trekstor greift den Business-Sektor an. Mit dem MiniPC W1 will sich die deutsche Firma langsam aber stetig ein Standbein in Unternehmen sichern. Ein handlicher, aber vollwertiger PC. Schauen wir uns das kleine Wunderwerk mal genauer an.

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MiniPC_w1_IMG_2645Verpackung und Lieferumfang

In einem recht großen Karton wird der 97 x 97 x 25 mm große PC geliefert. Viel ist nicht in der Verpackung. Neben dem eigentlichen Gerät und jeder Menge Papier nur das Netzteil. Hier könnte Trekstor wenigstens ein HDMI-Kabel beilegen oder aber eine Maus. Das finden wir schade. Auch finden wir es sehr irritierend, dass auf dem Karton durchweg Produktbilder zu sehen sind, die den MiniPC W1 mit Windows 10 zeigen. Auf dem Gerät vorinstalliert ist nämlich nur Windows 8.1. Hier aber mal ein kleines Unpacked-Video zum MiniPC W1:

Technische Daten

Prozessor:

  • CPU-Name: Intel® Atom™ Prozessor Z3735F
  • Anzahl Kerne: Quad-Core
  • Taktfrequenz: 1,3 GHz (bis zu 1,83 GHz im Turbo-Modus)

Speicher:

  • Speicher für Nutzerdaten: 32 GByte
  • Maximale Speicherkartengröße: 128 GByte
  • Unterstützte Speicherkartentypen: microSD-Speicherkarten
  • Arbeitsspeicher: 2 GByte

Anschlüsse:

  • 1x HDMI
  • 1x MicroUSB
  • 2x USB 2.0
  • MicroSD-Kartenleser
  • Wlan
  • Bluetooth
  • Ethernet
  • Mic In, Audio Out

Maße:

  • Länge: 97 mm
  • Breite: 97 mm
  • Höhe: 25 mm
  • Gewicht: 234 g

Verarbeitung und Design

Die Maße von 97 x 97 x 25 mm dürften vor allem AppleTV Fans bekannt vorkommen. … Sie sind nämlich identisch! Wir hatten das Vergnügen das Gerät bereits vor Verkaufsstart auf der IFA zu sehen und stellen dementsprechend auch die Nachfrage, warum dem so ist. Natürlich baut Trekstor das Gerät nicht selbst, sondern lässt es fertigen. Und vermutlich, so die Dame von Trekstor, wird Apple den selben Fertiger beauftragt haben. Das stört aber nicht weiter. Das Gerät ist durchweg robust gebaut und kommt lüfterlos daher. Ein Problem, welches diverse Stick-PCs von Intel und Co. haben, ist die massive Wärmeentwicklung. Diese haben wir beim MiniPC W1 nicht gehabt. Klar wird der PC warm. Aber gefühlt nicht wärmer als 30-35°C. Die zwei USB-Schnittstellen sind an der linken Seite verbaut. Dadurch kommen sich dicke USB-Stecker in die Quere. Die Rechte Seite des MiniPC W1 ist völlig leer. Hier hätte ich mir einen weiteren USB-Port gewünscht.

Konnektivität

In Sachen Konnektivität kann der W1 von Trekstor schon einiges bieten. Neben zwei USB-Anschlüssen (USB 2.0) gibt es einen MicoUSB-Port und natürlich HDMI. Drahtlos kann per WLAN (802.11 b/g/n: 2,4 GHz) oder Bluetooth kommuniziert werden. Dennoch ist uns das nicht genug. Mir fehlt auch ein USB 3.0 Port. Denn USB 2.0 ist von gestern. Auch fehlt mir ein analoger Videoausgang. Denn nicht jeder aktuelle Beamer (wie auf der Verpackung zu sehen) verfügt schon über HDMI. Laufwerke gibt es keine am PC. Aber sind wir mal ehrlich, wer nutzt heutzutage schon noch DVDs? Für den Alltag im Büro ist das also völlig ausreichend.

Performance

mini22Der MiniPC ist keine Workstation und auch keine Gaming-Rakete. Das merkt man auch. Windows 10 läuft allgemein recht gut und flüssig. Allerdings verwundert es doch sehr, dass bereits nach gut einer Stunde, das Notificationcenter empfiehlt Apps zu deaktivieren, um die Leistung zu steigern. Die Performance des Baytrail Intel Atom reicht meiner Meinung nach für Office und Internet. Mehr darf kaum erwartet werden. Ein kurzes Antesten von Asphalt 8 Airborn zeigt auch die etwas schwache Grafikleistung. Hier hatten wir durchgehend Ruckler. Besonders schlimm ist es in den Zwischensequenzen des Spiels. Einen 4K-Film von Youtube (TV Out ist 1280 x 1080 Pixel) konnten wir aber ohne Ruckler genießen. Dies wurde uns auch schon auf der IFA gezeigt. Auch dort gab es einen 4K Film – gestreamt vom MiniPC W1. Wer aber noch gern Hardwareporno in Form eines Benchmarks hat, dem sei dieser Screenshot empfohlen:

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Speicherplatz und Erweiterungsmöglichkeiten

Der Speicherplatz ist mit 32 GB knapp bemessen. Nach unserer Windows 10 Installation blieben gerade einmal 9 GB auf der Festplatte zur Verfügung. Klar könnte ich die Windows 8.1 Installation bereinigen, aber das habe ich mich nicht getraut, da das Gerät ja an Trekstor zurück geschickt werden muss. Wer denkt er könne den MiniPC W1 mit einer anderen, oder zusätzlichen SSD, aufrüsten der irrt. Der PC hat keinerlei Schrauben und scheint nur durch Kleber verschlossen zu sein. Wir können also keinerlei Blick ins Innere des kleinen W1 werfen. Folglich können auch keinerlei Reparaturarbeiten vorgenommen werden, sollte mal eine Komponente streiken.

Software

Als irreführend würde ich die Verpackung des MiniPC W1 beschreiben. Überall wird mir Windows 10 versprochen, aber ich erhalte nur Windows 8.1. Nach einem manuellen Update (siehe Video oben) konnte ich dann aber auch Windows 10 genießen. Während auf der Windows 8.1 Installation lediglich ein nerviges McAfee Antivirus installiert ist, ist das unter Windows 10 nicht mehr der Fall. Man kann also von einem Bloadware-freien System sprechen. Das gefällt uns. Wer erwartet ein Office 365 vorzufinden, der wird enttäuscht sein. Aber wir finden das auch nicht schlimm. Es verwundert nur, dass man so offensiv Windows 10 vermarktet, aber nur Windows 8.1 liefert.

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Fazit

Der MiniPC W1 hat eine klare Zielgruppe: Business. Als Privatanwender finden wir den MiniPC W1 völlig ungeeignet. Als Office-PC ist er aber sehr gut. Durch das schlanke Design, und die relativ großzügige Ausstattung an Anschlüssen kann der MiniPC W1 auf jedem Schreibtisch, oder hinten an einen Monitor montiert, einen Platz finden. Und dort gehört er auch hin. Fehlende Media-Features (TV-Karte, USB 3.0 …) machen den kleinen Minirechner aber für den Heimgebrauch, z.B. als Media-Center uninteressant. Schade finden wir, dass wir viel Zeit investieren mussten, um Windows 10 auf dem Gerät zu haben. Hier hätten wir uns ab Werk eine Windows 10 Installation gewünscht. Der PC ist zudem vergleichsweise teuer. Zwischen 180 und 199 € kostet das Gerät bei deutschen Händlern. Für diese Ausstattung finde ich das Gerät derzeit noch 50 € zu teuer. Die Hardware ist alles andere als aktuell und die mühselige Installation von Windows 10 wird so manche IT-Abteilung an ihre Grenzen bringen. Wir vergeben daher 3 von 6 Sternen. Positiv bleibt ja immer noch das gute Design, die gute Konnektivität und die geringe Wärmeentwicklung im Langzeitbetrieb, die sich positiv auf die Lebensdauer auswirken sollte.

Positiv

  • Design
  • Konnektivität
  • Geringe Wärmeentwicklung
  • Erweiterbarer Speicher
  • Keine nervige Bloatware

Negativ

  • Kein Windows 10 ab Werk
  • magerer Lieferumfang
  • Performance
  • Preis
  • Nur USB 2.0MiniPC_award

Wir bedanken uns bei Trekstor für die unkomplizierte Bereitstellung des Gerätes

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Ansicht von 3 Beiträgen - 1 bis 3 (von insgesamt 3)
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    Beiträge
  • #44132 Antworten
    Tobias
    Verwalter

    Trekstor greift den Business-Sektor an. Mit dem MiniPC W1 will sich die deutsche Firma langsam aber stetig ein Standbein in Unternehmen sichern. Ein h
    [See the full post at: WinTouch Test: Trekstor MiniPC W1]

    #44290 Antworten
    Alexander
    Gast

    “…Als Office-PC ist er aber sehr gut. Durch das schlanke Design, und die relativ großzügige Ausstattung an Anschlüssen kann der MiniPC W1 auf jedem Schreibtisch, oder hinten an einen Monitor montiert, einen Platz finden…”

    An sich klingt Dein Fazit doch recht positiv – wenn man als Zielgruppe uns Business-Anwender nimmt. Von daher werde ich mir das Gerät definitiv mal anschauen.

    “…Auch fehlt mir ein analoger Videoausgang. Denn nicht jeder aktuelle Beamer (wie auf der Verpackung zu sehen) verfügt schon über HDMI…”

    Also meiner Meinung nach sollten die meisten Beamer inzwischen über HDMI verfügen. Das würde mich jetzt nicht am Kauf des Trekstor hindern.

    Was mich eher stört ist, das er offensichtlich keinen eSATA-Anschluss hat und – wie Du schreibst – ja offenbar gar nicht aufgerüstet werden kann (da verklebt und nicht verschraubt).

    Die Frage, die ich mir jetzt stelle: Wurde de facto Hardware eines Tablets in ein chices Gehäuse verbaut?

    Wie gesagt: Werde es mir ruhig mal im Handel anschauen, da ich die Idee gut finde. Zur Umsetzung hast Du ja schon einiges geschrieben.

    #44299 Antworten
    Tobias
    Verwalter

    Hallo alexander,

    Ja man kann das als Tablet im Apple-TV Gehäuse bezeichnen. Man kommt nicht an die Eingeweide ran. Und für nen Business-Anwender ist er, wie bereit geschrieben, recht ok. Als Privatanwender hat man allerdings außer Surfen und nen bisschen Office kaum Freude dran.
    Du solltest auch bedenken, wenn du im Business noch Hardware-Hungrige ERP oder CRM-Lösungen einsetzt, könnte es durchaus zu Verzögerungen kommen. Wie ich im Beitrag schrieb, hat er mir ohne die INstallation von irgendwelcher zusätzlichen Software geraten, Apps zu deaktivieren…

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