Microsoft Lumia 950 Test by Wintouch.de

Unser Lumia 950 Test, Test eines der neuen Flagship-Devices. Mit dem Lumia 950 und 950 XL hat Microsoft gleich zwei Kandidaten um die Flagship-Krone ins Rennen geschickt. Heute widmen wir uns dem kleineren der Beiden, dem Lumia 950 – freundlicherweise zur Verfügung gestellt von notebooksbilliger.de.

Verpackung und Lieferumfang des Lumia 950

Microsoft Lumia 950 Cam RingDie Verpackung sieht aus wie eigentlich alle Verpackungen der neueren Generationen aussehen. Das 950 kommt in einem klassischen Schieber-Karton, bekannt von etlichen vorherigen Modellen. Der Packungsinhalt ist nach wie vor recht schmal gehalten. Neben dem Smartphone mit eingelegtem Akku finden wir ein Netzteil, ärgerlicherweise ohne abnehmbares Kabel und ein “USB-C to USB 3” Kabel, um Daten bequem auf den PC zu transferieren oder aber das Lumia 950 am Laptop, PC oder Tablet zu laden. Auf ein Headset darf man auch bei einem 600 € Smartphone verzichten. Auf ein Continuum-Dock als kostenlose Zugabe müssen Lumia 950 Nutzer sowieso verzichten, warum auch immer Microsoft diese Entscheidung getroffen hat, gut finden wir das natürlich nicht. Als Papierbeilage gibt es noch eine kurze „Erste Schritte“ Anleitung und „Produkt- und Sicherheitshinweise“. Neben dem „normalen“ Zubehör befindet sich zusätzlich noch ein Code für 2-Monate „sky online“ in der Hülle. Das war dann auch schon alles.

Lumia 950 Test: Die technischen Daten

Prozessor:

  • CPU-Name: Qualcomm Snapdragon 808
  • Anzahl Kerne: Hexa-Core
  • Taktfrequenz: 6 x 1800 MHz

Speicher:

  • Speicher für Nutzerdaten: 32 GByte
  • Maximale Speicherkartengröße: 200 GB
  • Unterstützte Speicherkartentypen: microSD-Speicherkarten
  • Arbeitsspeicher: 3 GByte

Akku:

  • Kapazität: 3000 mAh
  • Akkuspannung: 3,8 V
  • Auswechselbarer Akku: Ja
  • Integrierte drahtlose Aufladung (Qi Standard), schnellladend

Display:

  • Größe: 5,2 Zoll (13,2 cm)
  • Display-Technik: ClearBlack, AMOLED
  • Auflösung des Displays: WQHD (2560 x 1440 Pixel)
  • Pixeldichte: 564 ppi
  • Doppeltippen zum Aufwachen: NEIN
  • Blick Funktion integriert: Ja

Hauptkamera:

  • Fokus (Typ): Autofokus: Kamerataste mit zwei Druckpunkten
  • Auflösung: 20 MPix
  • Zoomrate (Digitalzoom): 2x
  • Objektiv mit 6 Linsen
  • Sensorgröße: 1/2,4 Zoll
  • Blende: f/1,9
  • Brennweite: 26 mm
  • Blitzlicht (Typ): Tripple-LED-Blitzlicht, natürlicher Blitz
  • Kamerafunktionen: rückwärtig belichteter Bildsensor, PureView, Echter 16:9-Sensor, Schnellfokus
  • Schärfenbereich (Minimum): 10 cm.

Zweite Kamera auf der Vorderseite des Geräts:

  • Auflösung: Full-HD-Weitwinkel mit 5 MP
  • Blende der Kamera auf der Vorderseite: f/2,4
  • Funktionen der Kamera auf der Vorderseite: Fotoaufnahmen, Videotelefonie, Videoaufnahmen
  • Videobildauflösung der Kamera auf der Vorderseite: 1080p (Full HD, 1920 x 1080 Pixel)

Abmessungen:

  • Länge: 145 mm
  • Breite: 73,2 mm
  • Höhe: 8,2 mm
  • Gewicht: 150g

Lumia 950 Test: Verarbeitung und Design

Mit dem Lumia 950 bringt Microsoft sein erstes Premium-Smartphone auf den Markt. Was sofort auffällt, so richtig nach Premium sieht das Gerät überhaupt nicht aus. Über Geschmack lässt sich bekanntlich vorzüglich streiten, in diesem Fall lässt sich eine gewisse Tendenz jedoch nicht leugnen. Das Design sieht einfach nicht nach einem Premiumgerät aus, erinnert es doch viel stärker an ein Lumia 640 als an ein Lumia 930, den direkten Vorgänger des Lumia 950. Speziell beim Lumia 950 kommt noch der metallene Kameraring dazu, uns gefällt die Lösung vom Lumia 950 XL deutlich besser. Schlicht und schön, in ähnlicher Form auch vom Lumia 830 bekannt. Wieso hat man es beim kleinen Bruder des Lumia 950 XL nicht auch so gemacht? Es gibt aber auch positives über das Design zu berichten. Die Kunststoffschale ist äußerst resistent gegen äußere Einwirkungen und lässt sich ganz einfach tauschen. Auch kabellosen Laden ist so problemlos möglich.

Weiterhin sieht das Gerät nach einem oder zwei Jahren nutzen wahrscheinlich auch noch deutlich besser erhalten aus als z.B. ein iPhone, welches ja gerne mit Abplatzern der Eloxierung zu kämpfen hat. Auch lässt sich der Akku so kinderleicht wechseln. Leider hat die abnehmbare Rückseite auch wieder Nachteile, bei etwas Druck auf der linken untere Seite ist deutlich ein Knarzen zu hören. Das sollte im Premiumbereich doch wirklich nicht mehr vorkommen!

Die Buttons sind wieder ganz traditionell an der rechten Seite zu finden. Lautstärkewippe, Power-Button, und Kamerabutton. Oben befindet sich der Kopfhöreranschluss, unten befindet sich ein USB Type C Stecker, verdrehungssicher versteht sich. Wie am XL sind aber auch am „normalen“ 950 die Buttons alle recht scharfkantig. Die Navigationstasten zur Bedienung sind ab jetzt On-Screen Tasten. Ob das gut oder schlecht ist muss jeder für sich selbst entscheiden. Das Gerät selbst bekommt man in den Farben Schwarz und Weiß, vorbei sind die Zeiten der bunten Lumias, die sich von der Masse abheben. Zusammenfassend lässt sich sagen: Ich habe persönlich etwas mehr erwartet, das Knarzen darf nicht sein und das Design ist mir einfach zu sehr am Lumia 640 orientiert.

Lumia 950 Test: Die Kameras

Schon lange Zeit sind die Lumias für ihre Kameras bekannt. Ein Modell der 900-er Reihe muss einfach immer ganz oben mitspielen in Sachen Bildqualität. Allein die Standard App Kamera bietet unzählige Möglichkeiten. Iso-Wert, Belichtungszeit, Weißabgleich, Fokus, Selbstauslöser, Belichtung und Belichtungsreihe. Und dann gibt es noch viele Möglichkeiten ein Foto nachträglich zu bearbeiten. So kann man aus einem Living Image das beste Bild auswählen, so hat man z.B. die Chance die beste Beleuchtung zu wählen. Die Hauptkamera speichert leider keine vollständigen 20 MP Fotos, sondern teilt diese wie üblich in zwei Aufnahmen auf. So hat man beispielsweise die Wahl zwischen einem 16 MP JPG oder DNG und einem 8 MP JPG, um letzteres dann schneller in sozialen Netzwerken oder per Messenger zu teilen.

Natürlich bietet auch das Lumia 950 einen integrierten Bildstabilisator. Dieser ermöglicht zum einen eine längere Belichtungszeit, ohne dass ein Bild unscharf wird und zum anderen ermöglicht er verwacklungsfreie Videos. Soweit zu den gegeben Rahmenbedingungen. Die Bildqualität kann dann in wirklich vielen Fällen auch voll und ganz überzeugen. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen gelingen gute Aufnahmen. Die Farben und die Belichtung sind nah an der Realität. Die Auslösezeit ist leider noch etwas lang. Vor allem im Automatikmodus kann es schon mal ein wenig dauern bis der richtige Fokus gefunden wurde. So konnte ich auch den Weihnachtsbaumfilter aufdecken: Bei Lichtquellen hat das Gerät große Probleme den Fokus zu setzen. In sehr vielen Fällen sind das Ergebnis unbrauchbare Aufnahmen, da sie komplett unscharf sind.

Mittels des manuellen Fokus kann das Problem umgangen werden. Trotzdem sollte Microsoft umgehend ein Update ausrollen, welches das Problem wirklich behebt. Nach dem letzten Update kann man höchstens von einer kleinen Verbesserung reden, jedoch nicht von einer abschließenden Lösung. Allgemein arbeitet der Fokus etwas langsam. So zieht die eine oder andere Situation vorbei, ohne dass man ein Bild im Kasten hat. Ab und zu funktionierte dann das Aufrufen der Kamera beim gesperrten Telefon mittels Knopfdruck nicht. Das ist ebenfalls ärgerlich, da diese Funktion schnelle Bilder von spontanen Situationen garantieren sollte. Alles in allem sprechen wir hier also von einer starken Kamera mit sehr viel Potential, die Software spielt jedoch nicht immer so mit wie man das gewohnt ist. Das kann im alltäglichen Gebrauch schon ganz schön nerven. Wenn man dann aber in Ruhe ein paar Fotos macht und auch mal den Automatikmodus verlässt lernt man die Kamera wieder zu lieben. Zuckerbrot und Peitsche, so sieht die Einflussnahme der Kamera auf mich aus. Von der Qualität der Aufnahmen kann sich jeder anhand der Beispielfotos ein eigenes Bild machen.

Die Frontkamera ist durchschnittlich. Die 5MP Full-HD Kamera ist bekannt aus anderen Lumias. Zur Videotelefonie reicht es, Selfies mag eh niemand und für alles andere gibt es zum Glück die Hauptkamera. Die Frontkamera erlaubt in Sachen Videos maximal eine Auflösung von 2208 x 1242 Pixeln bei 30fps.

Neben Fotos kann man natürlich auch noch Videos mit der Hauptkamera machen. Die Hauptkamera löst mit bis zu 4K (3840 x 2160 Pixel) bei 30fps auf. Die Videos sind schön scharf, farbecht und der Sound ist ebenfalls sehr gut. Auch die bereits erwähnte Bildstabilisierung funktioniert sehr gut. Am besten schaut ihr euch das Beispielvideo an.

Lumia 950 Test: Konnektivität

Microsoft Lumia 950 CoverDas Lumia 950 ist in einer DualSim und einer SingleSim-Version zu haben. Beide Varianten kommen mit Bluetooth 4.0, WLAN b/g/n, LTE CAT 6 mit maximal 300 MBit/s Down- und 50 Mbit/s Upload. NFC ist ebenfalls mit an Bord. Eine NanoSim sollte aber inzwischen auch Standard sein. DLNA ist ebenfalls mit an Bord und funktionierte mit dem SmartTV tadellos. Auch ein QI-Modul zum kabellosen Laden ist wieder im Cover integriert. Der Empfang war als durchweg gut zu beschreiben, leider gab es aber häufiger Beschwerden darüber, dass sich der Gesprächspartner selbst hört. Wer das einmal miterlebt hat weiß wie unangenehm das ist. Das darf natürlich nicht passieren. Wenn Freunde oder Geschäftspartner sich ständig selbst hören kann das ganz schnell zu Problemen führen. Zu unserer Freude ist wieder ein UKW Radio integriert, dies funktioniert aber nur mit angestecktem Headset. Das Headset wird aber auch beim Lumia 950 nicht mehr mitgeliefert.

“Hey Cortana” zum Aktivieren und Abfragen von Infos funktioniert mit dem Lumia 950 nun auch in Deutschland. Leider funktioniert die Erkennung lange nicht so gut, wie z.B. bei einem Motorola Moto X der ersten Generation mit Google Now. Leider schlägt sich das Feature auch auf die Akkulaufzeit nieder. Die geringere Akkulaufzeit und die nicht so gute Erkennung sorgten dann auch dafür, dass die Funktion nicht mehr genutzt und deaktiviert wurde. Kompass, GPS und Glonass, Beschleunigungs- und Neigungssensoren runden das Gesamtpaket sensormäßig ab.

Microsoft Lumia 950 Iris ScannerEin kleines Extra bietet dann aber auch das 950 wieder, Windows Hello! Die Alternative zum Fingerabdrucksensor. Microsoft setzt in Zusammenarbeit mit Intel auf einen Irisscanner. Nach dem Einrichten, funktioniert der Login mit dem Auge als Nicht-Brillenträger so gut wie immer, zumindest wenn man das Smartphone in der richtigen Position hält und nah genug dran ist. Ob das ganze so praxistauglich ist lässt sich bezweifeln. Da man das Gerät immer relativ nah an das Gesicht führen muss kommt man sich in der Öffentlichkeit schon ein bisschen blöd vor. Auch geht es durch die Handlung nicht so schnell wie das bloße auflegen eines Fingers. Alles in allem ist es ein nettes Feature, ob es sich in seiner jetzigen Form jedoch durchsetzt bleibt zu bezweifeln.

Zusammengefasst hat man mit dem Lumia 950 ein Gerät, welches fast keine Wünsche offen lässt, zumindest auf dem Papier. Der Irisscanner benötigt wohl noch ein paar Verbesserungen bevor er anderen Anmeldemethoden den Rang abläuft. Größter Nachteil des Gerätes war das Echo der eigenen Stimme für den Gesprächspartner.

Lumia 950 Test: Display

Microsoft Lumia 950 Stand frontDas Display des Lumia 950 ist fast über das Ziel hinausgeschossen. Das 5,2″ Smartphone hat eine Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln, welche genau der Auflösung des Lumia 950 XL entspricht. Damit erreicht das AMOLED-Panel eine Pixeldichte von 564 ppi. Um das einzuordnen, ein iPhone Retina Display ist dagegen ein Witz! Farben werden auch bei spitzestem Winkel korrekt dargestellt, man kann Inhalte noch sehr gut erkennen, die Blickwinkelabhängigkeit ist sehr gut. Auch die Lesbarkeit im Außenbereich bei Sonneneinstrahlung ist sehr gut und eines High-End Gerätes würdig. Geschützt wird das Display durch die neuste GorillaGlas Generation. Was uns auch sehr gut gefällt, die altbekannte Glance, oder auch unter dem Namen Blick, -Funktion ist wieder dabei. Bei dem Vorgängergerät Lumia 930 wurde auf dieses Feature verzichtet. Aber wie sollte es anders sein, auch diesmal hat man wieder eine Krücke eingebaut. Doubletap-to-Wake, also das Antippen des Bildschirms, um das Handy aufzuwecken, ist nicht mehr vorhanden. Gründe dafür sind uns völlig schleierhaft, scheinbar will Microsoft einfach nicht alle Funktionen verbauen um den User zu ärgern.

Lumia 950 Test: Performance und Audio

Willkommen beim zweitstärksten Gerät der Windows 10 Mobile Reihe. Was kann ich damit machen? Eigentlich alles was Windows Mobile an Spielen zu bieten hat und natürlich auch alle anderen Apps benutzen. Lediglich das Lumia 950 XL mit seinem Snapdragon 810 ist in Sachen CPU und GPU Performance noch einmal messbar schneller. Aber seien wir ehrlich, die reine CPU und GPU Leistung zählen bei Windows Mobile nicht so viel wie unter anderen Systemen. Selbst auf dem Snapdragon 200 hatte man ein sehr gutes Nutzererlebnis. Denn bekanntlich ist Windows ein sehr genügsames System, bzw. ein System welches oft flott wirkt. Der Heaxacore Prozessor mit der Bezeichnung Snapdragon 808 wird von einer “Technologie die auf Flüssigkeitskühlung basiert”, auf Temperatur gehalten. Das Ganze nennt sich „Liquid-Cooling-Technologie“ und kommt auch im Surface zum Einsatz. Streng genommen ist es gar keine richtige Wasserkühlung, sondern eher eine Heatpipe die NICHT mit Wasser gefüllt ist. Im AnTuTu Benchmark erreichte das Gerät einen Punktestand von (bis zu) 25269 Punkten. Damit landet das Gerät mit deutlichem Abstand hinter dem Lumia 950 XL (31975 Punkte) die Krone ist also nicht in Gefahr und bleibt beim großen Bruder. Neben der üppigen Rechenleistung werden 3 GB Arbeitsspeicher bereitgestellt. Das mag derzeit noch viel oder gar zu viel sein, aber wer weiß wie der Markt in 12 Monaten aussieht. Von daher ist die Wahl gut getroffen und zukunftssicher.

wp_ss_20151216_0001Ruckler oder Aussetzer bei Spielen oder im Betriebssystem treten trotz der Leistung ab und zu in einer Situation auf. Das lieg aber keinesfalls an der Performance, sondern mehr an der Qualität der Apps oder gar an der Architektur der zu nutzenden Frameworks. Diese Ruckler treten beim Wechseln zwischen Apps auf, dort muss man doch des Öfteren mit Wartesymbolen leben. In der Anwendung selbst treten aber keine Ruckler mehr auf, ist man einmal drin, in der App oder im Spiel, läuft alles butterweich. Auch der Sound konnte beim Lumia 950 überzeugen, für ein Smartphone eine gute Qualität mit ebenfalls guter Lautstärke. Der Lautsprecher befindet sich zwar auf der Rückseite, durch die Kamerawölbung ist er jedoch nicht verdeckt falls das Gerät auf dem Tisch liegt. Lediglich weiche Untergründe können dafür sorgen, dass der Lautsprecher merklich gedämmt wird.

Lumia 950 Test: Akkulaufzeit

wp_ss_20160109_0002Die Akkulaufzeit ist für viele ein wichtiges Kaufargument, hängt doch davon auch ab wie sehr man sich täglich dem Smartphone mit welcher Leidenschaft widmen darf. Je länger die Laufzeit ist, desto besser ist es für den Nutzer. Das Lumia 950 kommt mit einem Akku mit 3000 mAh Kapazität. Das klingt für so ein Gerät auch erstmal ausreichend. In den ersten Tagen, nachdem eine Sicherung eines WP8 Gerätes aufgespielt wurde, hielt der Akku manchmal nur knapp 7 Stunden durch, ohne das Gerät wirklich zu nutzen. Irgendetwas hat demnach massiv Energie gezogen. Nach einer frischen Neuinstallation war das Problem dann behoben. Ab da an hielt der Akku normalerweise über den ganzen Tag. Bei viel Benutzung war nach ca. 15 bis 16 Stunden Schluss. Betrachtet man das große Display mit der immensen Auflösung, Hey Cortana, Windows Hello, Blick, Ortung, WLAN und LTE, dann kann man verstehen wieso der Akku schon nach 15 Stunden leer ist. Damit schneidet das Gerät deutlich besser als der direkte Vorgänger Lumia 930 ab. Dieses hatte noch mehr Probleme einen arbeitsreichen Tag durchzustehen. Im Akkuentleerer Test kommen wir auf 05:08:48. Kein wirklich herausragender Wert, wahrscheinlich hauptsächlich der hohen Auflösung des Displays geschuldet. Sehr positiv bleibt aber das Quickcharge-Netzteil in Erinnerung. Damit ist das Gerät in sehr kurzer Zeit wieder komplett geladen. Bleib nur zu hoffen, dass der Akku darunter nicht leidet, denn das Gerät wird beim Laden deutlich wärmer.

Lumia 950 Test: Speicherplatz und Erweiterungsmöglichkeiten

Microsoft Lumia 950 AkkuBeim Speicherplatz gibt es kaum Anlass zur Kritik. Zwar gibt es das Lumia 950 nur in einer Ausstattungsvariante mit 32 GB internen Speicher, dieser lässt sich mittels MicroSD-Karte aber theoretisch um bis zu 2 Terabyte erweitern. Apps lassen sich dank Windows 10 einfach auf der SD-Karte speichern, auch nachträglich kann der Speicherort geändert werden. Insgesamt sollte also jedem Nutzer genug Platz zur Verfügung stehen, auch ohne große Wahlmöglichkeiten, wie z.B. bei der Konkurrenz aus Cupertino.

Lumia 950 Test: Software

Hallo Microsoft, es ist wie ein kleines déjà-vu. Da habe ich doch direkt wieder das Surface Pro 4 im Kopf. Wie beim neusten Tablet aus dem Hause Microsoft ist auch beim neusten Lumia die Software das schwächste Glied! Freudig wird am Anfang ein Backup vom letzten Testgerät aufgespielt. Alles scheint reibungslos zu klappen. Das System läuft und ich erkenne direkt meine alte Ordnung wieder. Oh was ist denn das, einige Apps können nicht installiert werden. HERE Drive+ ist auch dabei? Also manuell anstoßen. Bringt leider nichts. Der erste große Verlust. HERE Drive+ ist für Windows Mobile 10 nicht verfügbar. Stattdessen soll man die App „Karten“ aus dem Hause Microsoft verwenden. Diese verfügt ebenfalls über Offlinekarten und eine Navigationslösung. Insgesamt gefällt die App leider nicht so gut wie die ehemals Nokia Lösung. Das ist sehr schade. Leider konnten auch von ca. 20 Apps keine Updates installiert werden. Das System hing sehr oft und als der Akkuverbrauch unverschämt hoch wurde (7 Stunden Laufzeit, obwohl das Gerät kaum genutzt wurde) musste einfach ein Reset her. Gesagt getan, diesmal kein Backup aufspielen. Eine Neueinrichtung. Ab da lief das System dann auch besser, die Laufzeit normalisierte sich. Bei häufiger Nutzung von WhatsApp kann man täglich mit einem Neustart des Gerätes rechnen, der Grund dafür? Ich habe keine Ahnung. Ab und zu kam der Neustart aber auch ohne das WhatsApp gerade in Nutzung war. Bleiben wir kurz bei WhatsApp, zumindest scheint WhatsApp der Verursacher für den nächsten Fehler zu sein. Ein leises Rauschen ist dem Lautsprecher zu entnehmen, alle paar Sekunden unterbrochen durch ein Knacken. Das hört man deutlich, so deutlich, dass man Angst haben muss Kollegen sprechen einen auf das Knacken an, wenn das Gerät auf dem Schreibtisch liegt. WhatsApp habe ich als Schuldigen ausgemacht, da das Problem immer nur nach der Nutzung von WhatsApp auftrat. Ganz zufällig trat es auf und genauso zufällig verschwand es auch wieder.

Neues minimal Design?

Neues minimal Design?

Nun gut, weiter geht’s, testen wir mal den VPN Clienten, dank der Cisco Unterstützung auch für mich nutzbar. Die Einrichtung funktioniert tadellos, die Verbindung wird hergestellt, jetzt den Edge Browser starten und … huch, was war denn das? Edge hat sich sofort wieder geschlossen. Noch einmal testen, gleiches Ergebnis. Immer und immer wieder das gleiche Spiel. Andere Apps, die ebenfalls die VPN Verbindung nutzen wollen, schließen sich ebenfalls sofort wieder. In dieser Hinsicht kann ich das neue Arbeitsgerät also nicht nutzen, schade.

Der Iris Scanner ist ein schönes neues Feature, jedoch merkt man auch hier an der Software das scheinbar nicht viel Zeit für die Entwicklung und saubere Integration blieb. Der Iris Scanner schaltet sich jedes mal beim Aktivieren des Displays ein, selbst wenn der Code noch nicht wieder eingegeben werden muss. Warum ist das so? Ist es so schwer eine Funktion zu integrieren die den Scanner nur einschaltet, wenn der Timer abgelaufen ist? Wieso schaltet sich der Scanner ein, wenn ich einfach nur den Lockscreen hochschieben muss? Und wieso schaltet sich manchmal das Display nicht ein, der Scanner aber schon? Wenn sich das Gerät entsperrt schaltet sich auch das Display ein. Das soll so doch auch nicht sein…

Was ist eigentlich allgemein aus Windows Phone geworden? Kleine hässliche Symbole auf meinen Live Tiles, Hamburger Menüs, eine Kontakte App, die mich extrem stark an Android erinnert, eine meiner Meinung nach verschlimmbesserte Fotos App. Immerhin sind die Einstellungen ein wenig aufgeräumter, auch die Möglichkeiten zur Anpassung wurden weiter verbessert. Das sorgt, meiner Meinung nach, für den schönsten Startscreen der drei großen Betriebssysteme. Sehr positiv ist weiterhin die Tastatur, auf dieser lässt es sich wunderbar schreiben und die Wortvorschläge und Korrekturen sind die, wie ich finde, besten unter den großen Systemen. Wenn man die Leertaste gedrückt hält kann man die Tastatur verschieben und etwas kleiner machen, perfekt um auch noch einigermaßen mit einer Hand schreiben zu können. Die Swipe Tastatur funktioniert ebenfalls sehr gut und erkennt äußerst zuverlässig die Wörter.

wp_ss_20160103_0002Der Microsoft Store zickt des Öfteren, wie seit eh und je, herum. Meistens funktioniert er aber, wenn er nicht gerade in den „Ich will heute aber keine Updates installieren“ Modus wechselt. Die E-Mail App ist ebenfalls so eine Verschlimmbesserung. Aber natürlich auch wieder Geschmacksache. Einen Punkt muss ich in meiner gefühlten Hasstirade dann aber doch noch ansprechen. Microsoft Edge! Der neue Browser, viel Lob hat man gehört, große Versprechen wurden gemacht. Aber wie ist er denn nun? Ernüchternd, einfach ernüchternd. Die Ladezeiten sind nicht wirklich berauschend, die Adressleiste rückt sich manchmal ungefragt ins Bild, manchmal muss man zweimal drücken bis eine Seite wirklich aufgerufen wird. Auch werden manchmal eher fragwürdige Vorschläge gemacht beim Eintippen der Adresse. Schönes neues Browsererlebnis.

Bevor ich zur Diva werde, schnell ein Snickers.

Bevor ich zur Diva werde, schnell ein Snickers.

Das klingt jetzt alles recht negativ. Vieles davon ist auch wirklich nervig, vieles ist im Alltag aber auch nicht so schlimm, wie es erst scheint. Alles in allem merkt man aber einfach, da muss ein gewisser Zeitdruck bei Microsoft geherrscht haben. Es befinden sich auffällig viele Bugs im System, das kannte man so nicht von den noch Windows Phone genannten Vorgängerversionen. Das Gute an der Sache, Software Bugs können per Update ausgebessert werden! Und genau darauf vertraue ich auch. Microsoft wird es wohl nicht auf sich sitzen lassen und weiterhin mit hoher Frequenz Updates bringen. Mehr Sorgen macht mir da der App Gap, leider gibt es noch immer eine eklatante Lücke zwischen Android/iOS und Windows Mobile. In Sachen Quantität und Qualität. Bleibt nur die Hoffnung, dass Universal Apps und Continuum die Wende bringen.

Wer mehr über Continuum lesen will, sollte den Test vom Lumia 950 XL lesen oder den gesonderten Artikel.

Lumia 950 Test: Fazit

Lumia 950 SoftwareNach langer Zeit endlich wieder ein Flagship. Technisch hat man aufgeschlossen, die Kamera ist bis auf den Fokus-Bug wieder sehr gut. Ein überragendes Display, wechselbarer Akku und ein microSD-Slot. Der SoC und die 3GB Arbeitsspeicher sind ebenfalls auf der Höhe der Zeit. Dann ist da aber auch dieses langweilige, fast billig wirkende Design. Das Knarzen der Abdeckung, das fehlende Continuum Dock. Die Akkulaufzeit ist durchschnittlich, der Iris Scanner ein nettes Feature aber noch nicht auf Höhe eines guten Fingerabdruckscanners. Erfreulicherweise ist kabelloses Laden (Qi Standard) ebenso an Bord wie die „Blick“ Funktionalität. Soweit die Hardware.

Die Software ist da leider (schon) wieder der schlechteste Part des Gerätes. Ein wenig hat man sich schon wie ein Betatester gefühlt. Ein Tester eines Systems welches sich ein wenig verliert. Immer mehr eigene Identität wird aufgegeben, fremde Konzepte werden übernommen. So kann man einerseits neue Käufer finden, andererseits auch loyale Fans abschrecken. Das Wichtigste wäre es derzeit, die Verfügbarkeit und Qualität der Apps zu verbessern. Das System an sich ist mittlerweile konkurrenzfähig. Die vorhandenen Bugs können mittels Updates beseitigt werden, darum mache ich mir keine Sorgen. Wer viel Wert auf eine gute Kamera legt kommt am Lumia 950 nicht vorbei, wer ein unauffälliges und unempfindliches Arbeitstier sucht könnte ebenfalls glücklich werden. Wer ständig die neusten Apps benötigt oder wer auf der Suche nach einem neuen Statussymbol ist wird wohl keine große Freude am Lumia 950 haben. Fanboys hingegen können wieder zugreifen.

Positiv

  • Kamera mit viel Potential
  • Erweiterbarer Speicher
  • Wechselbares Cover und wechselbarer Akku
  • Ausgezeichnetes Display
  • Kabelloses Laden
  • Dedizierter Kameraknopf

Negativ

  • Kamera hat z.T. fragwürdige Macken
  • Gesprächspartner hören sich selbst
  • Kein Doubletap-to-wake
  • Langweiliges Design und knarzendes Gehäuse
  • Software Bugs
  • Kein Continuum Dock wie beim Lumia 950 XL dabei

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Wir bedanken uns bei notebooksbilliger.de für die schnelle, unkomplizierte Bereitstellung des Gerätes.L950_award

 

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Ansicht von 3 Beiträgen - 1 bis 3 (von insgesamt 3)
  • Autor
    Beiträge
  • #45499 Antworten
    Bjoern
    Moderator

    Unser Lumia 950 Test, Test eines der neuen Flagship-Devices. Mit dem Lumia 950 und 950 XL hat Microsoft gleich zwei Kandidaten um die Flagship-Krone i
    [See the full post at: Microsoft Lumia 950 Test by Wintouch.de]

    #45503 Antworten
    Tobias
    Verwalter

    Designtechnisch gefällt mir das 950 XL auch ein wenig besser. Und das Edge-Problem hat MS angeblich mit dem .63 Update gefixt

    #45504 Antworten
    rabbit
    Gast

    ok, schade, bleib ich erstmal beim 830, das ist mir soviel Geld nicht Wert. Vielleicht kommt ja ein vernünftiges 850

Ansicht von 3 Beiträgen - 1 bis 3 (von insgesamt 3)
Antwort auf: Microsoft Lumia 950 Test by Wintouch.de
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