Archos 50 Cesium Test by WinTouch.de

Auf der IFA 2015 konnten wir es bereits bestaunen: Das LowEnd Gerät Archos 50 Cesium. Das Windows Pendant zum Archos 50e Helium. Da das Gerät fast identisch ausgestattet ist wie das Lumia 550 sind wir gespannt, wie sich das erste OEM Windows 10 Smartphone in unserem Test schlägt.

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Verpackung und Lieferumfang des Archos 50 Cesium

Dass Archos nicht kleckert sondern klotzt, bewies schon das 40 Cesium in unserem damaligen Test. Beim 50 Cesium lässt sich Archos ebenfalls nicht lumpen. Neben Netzteil mit abnehmbaren USB-Kabel und Headset findet sich im Karton auch eine Displayschutzfolie. Zwar nur ein Cent-Artikel – aber immerhin. Auf wechselbare Cover muss man aber leider verzichten. Erhältlich ist das 50 Cesium nur in der Farbe Blau. Ein Unpack-Video ist hier zu finden: Archos 50 Cesium Unpackingvideo

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Technische Daten des Archos 50 Cesium

Prozessor:

  • CPU-Name: Snapdragon 210
  • Anzahl Kerne: Quad-Core
  • Taktfrequenz: 1,1 GHz

Speicher:

  • Speicher für Nutzerdaten: 8 GByte
  • Maximale Speicherkartengröße: 32 GByte
  • Unterstützte Speicherkartentypen: microSD-Speicherkarten
  • Arbeitsspeicher: 1 GByte

Akku:

  • Kapazität: 2100 mAh
  • Akkuspannung: 3,8 V
  • Auswechselbarer Akku: Ja

Display:

  • Größe: 5 Zoll
  • Display-Technik: IPS-LCD (FullBlack)
  • Auflösung des Displays: HD 720p (1280 x 720 Pixel)
  • Pixeldichte: 294 ppi

Hauptkamera:

  • Fokus (Typ): Autofokus
  • Auflösung: 8 MPix
  • Blitzlicht (Typ): LED-Blitzlicht

Zweite Kamera auf der Vorderseite des Geräts:

  • Auflösung: 2 Megapixel
  • Funktionen der Kamera auf der Vorderseite: Fotoaufnahmen, Videotelefonie, Videoaufnahmen
  • Videobildauflösung der Kamera auf der Vorderseite: 720p (HD, 1280 x 720 Pixel)

Abmessungen:

  • Länge: 147 mm
  • Breite: 72,5 mm
  • Höhe: 8,5 mm
  • Gewicht: 150g

Die Verarbeitung und das Design des Archos 50 Cesium

Archos hat sich beim 50 Cesium auf ein OEM Gerät verlassen. Da wir das Gerät schon auf der IFA 2015 in der Hand hatten, können wir auch sagen, dass es sich hierbei um das OEM Gerät Viroyal y403 handelt. Das ist natürlich nicht verwerflich, heißt aber auch, dass das Gerät vermutlich bald auch bei anderen Partnern zu haben sein könnte. Beim Design orientiert sich das 50 Cesium an klassischen Samsung Smartphones, wie dem Galaxy S3 oder S4. Ein metallisch wirkender Zierstreifen umzieht das 50 Cesium und wird an der Rückseite von einem Plastecover komplettiert. Knarzen oder ähnliches konnten wir nicht feststellen. Die Verarbeitung wirkt stabil und wertig. Für ein 5″ Gerät ist es aber meines Erachtens etwas lang geraten. Das ebenfalls mit 5″ Display erhältliche Lumia 930 ist gut 1cm kürzer. Dies liegt daran, dass ober- und unterhalb des Displays extrem viel freier Raum gelassen wurde. So verzichtet das 50 Cesium auch auf Onscreen-Tasten und setzt dafür auf ein kapazitives Bedienelement unterhalb des Displays. Beleuchtet sind diese leider nicht. Die Lautstärkewippe und der Powerknopf sind, wie bei den Lumias, auf der rechten Seite zu finden. Kopfhörerbuchse und Micro-USB-Buchse finden sich oben am Gerät. Für mich ein fataler Fehler, nicht nur wegen der schwierigen Erreichbarkeit für Auto-Ladekabel, sondern auch für Fremd-USB-Kabel.

Die USB-Buchse ist hinter einer schrägen Kante positioniert. Das erlaubt es besonders Kabeln mit kurzem Stecker nicht, das Gerät zu laden. Stattdessen fällt das Kabel einfach wieder ab. Das beigelegte Kabel funktioniert hingegen wunderbar. Ein Original Samsung Ladekabel vom ATIV-S lässt sich nicht nutzen. Wer also noch alte Micro-USB Kabel zu Hause hat, muss viel Glück haben, dass diese auch am 50 Cesium passen. Für ein Gerät dieser Preisklasse ist die Verarbeitung und das Design sehr hochwertig, aber nicht sonderlich innovativ.

Die Kameras des Archos 50 Cesium

50Cesium_Archos 50 Cesium (3)Wie Eingangs erwähnt ist das 50 Cesium auch mit Android zu haben. Warum ich das hier erwähne ist ein Unterschied bei den Kameras. Während das 50 Cesium mit 8 MP Haupt- und 2 MP Frontkamera daher kommt, hat sein Android Pendant statt der 2 MP Frontkamera eine 5 MP Knipse spendiert bekommen. Warum Archos hier ein Ungleichgewicht schafft, ist mir nicht bekannt. 8 Megapixel hört sich auf den ersten Blick zwar gut an, sind es aber nicht. Die Bilder bieten leider maximal Schnappschuss-Qualität. Allgemein scheint der kleine Snapdragon 210 arg Mühe zu haben, die Fotos schnell genug zu speichern. So merkt man einen deutlichen Verzug zwischen dem Auslösen und dem Speichern des Fotos. Im Außeneinsatz sind die Fotos für ein 130€ Smartphone recht gut. Bei Kunstlicht oder zunehmender Dunkelheit kommen aber die Schwächen der Kameras ans Licht – (Wortwitz :-)) )

Auch fehlen Funktionen der größeren Lumias, wie beispielsweise die Zeitlupenaufnahmen. Ein fehlender Bildstabilisator lässt auch keine Freude beim Filmen aufkommen. Das Video von der Essenszubereitung meiner Frau, wirkt sehr verwackelt und die Beschriftung (Pfeffer, Salz …) an den kleinen Dosen im Hintergrund ist sogar aus dieser kurzen Entfernung schwer zu lesen.

Zusammengefasst sind die Kameras nicht gerade ein Highlight. Für diese Preisklasse aber noch absolut ok.

Konnektivität des Archos 50 Cesium

Durch den Snapdragon 210 ist das Archos 50 Cesium nicht nur LTE-Fähig (Cat4), sondern bringt auch eine DualSim-Funktion von Haus aus mit. Allerdings muss der Käufer eventuell seine Nano-Sim mittels Adapter wieder auf Micro-Sim aufwerten. Das ist bei einem Preis von 2€ für die Adapter bei Amazon nicht negativ zu werten. Leider unterstützt nur ein Simslot 3G und LTE. Der zweite ist lediglich für eine reine Telefon-Sim ausgelegt. WLAN b/g/n ist neben Bluetooth auch an Bord. Wo wir auch direkt zum größten Schwachpunkt des Gerätes kommen. Nach so vielen Smartphones, die ich getestet habe, ist das 50 Cesium in Sachen WLAN das schlechteste, was mir bisher untergekommen ist. Meine Küche ist gut 8 Meter von meinem WLAN-Router (Speedport Hybrid) entfernt. Der WLAN-Empfang sinkt dort dennoch auf gerade einmal 1 Balken (!). Surfen unmöglich. Die weiteren Testgeräte Lumia 535, 930 und 1020 haben dort zwischen 3 und 4 Balken. Selbst Luftlinie 2,5 Meter zum Router rauben dem 50 Cesium schon einen ganzen Balken Empfang. Wer dann ausversehen Datenverbindungen via Funknetz zulässt und nicht auf WLAN achtet, ist sein Surfkontingent ruck zuck los.

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Die Sprachqualität des 50 Cesium lässt sich als durchweg gut bezeichnen. Hier gibt es keinen Grund zu meckern. Natürlich muss man bei dem geringen Preis von 130€ (bzw 99€ in Frankreich) auf Premiumfeatures ala Windows Hello oder Continuum verzichten. Auch ein Kompass ist nicht mit An Bord. Die WLAN-Probleme ziehen leider die Bewertung des 50 Cesium nach unten, sowas hätte nicht sein müssen.

Das Display des Archos 50 Cesium

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Schon das 40 Cesium hatte damals ein gutes Display. Da legt der Nachfolger nochmal eine Schippe drauf. Ein sehr helles und gut gesättigtes Display lassen kaum Wünsche offen. Selbst im Freien hatten wir kaum Probleme das Display abzulesen. Die Schwarzwerte sind denen der Lumias mit ClearBlack Technologie sehr ähnlich. Das 5″ Display löst zwar nur mit kleinem HD (1280 x 720 Pixel) auf, aber das stört keineswegs. Das Glas fühlt sich im Gegensatz zum Vorgänger auch nicht mehr rau an. Hier wurde gute Arbeit geleistet. Ob hier GorillaGlas verbaut wurde kann ich nicht beantworten, da nirgends Informationen zu finden sind. Vermutlich aber nicht. Daher legt Archos dem Gerät ja auch die oben erwähnte Display-Schutzfolie bei. Mit Fingerabdrücken auf dem Bildschirm hatten wir keinerlei Probleme. Auch ein Touch-Test mit 5 Fingern wurde astrein erkannt. Mit diesem Display hat Archos absolut das richtige Händchen bewiesen. Selten ein so gutes, helles und scharfes Display gesehen.

Performance und Audioleistung des Archos 50 Cesium

Das Innere des 50 Cesium ist bestückt mit einem Snapdragon 210 Quadcore-Prozessor. Identisch mit dem Lumia 550. Auch in Sachen RAM und Flashspeicher sind Lumia 550 und Archos 50 Cesium absolut gleich. Da wir das Lumia 550 noch nicht im Test hatten, kann ich auch nicht beurteilen wie Windows 10 Mobile dort läuft. Auf dem 50 Cesium hingegen schon. Und was soll ich sagen … flüssig ist etwas anderes. Wer Windows Phone 8.1 kennt weiß, egal ob Einsteigergerät oder Flagship, flüssig läuft alles. Windows 10 Mobile ist da offenbar nicht so genügsam. Das Laden von Apps, das Öffnen des Benachrichtigungscenters oder allgemein das Scrollen, geht längst nicht mehr so flüssig von der Hand wie unter Windows Phone. Ich will jetzt nicht behaupten, dass es laggt, sondern es dauert halt einfach alles ein wenig länger. Da Windows 10 Mobile nun auch 3rd Party Taskmanager unterstützt haben wir uns den Ressourcenverbrauch mal genauer angesehen. Windows 10 Mobile braucht, bei nur einer geöffneten App (der Taskmanager), schon gut 19 % CPU Leistung und 1/3 des Arbeitsspeichers. Unmittelbar bei Aufnahme des Screenshots steigt die CPU-Last von 19 % auf 31 %. Der RAM wird zusätzlich mit weiteren 7 MB belegt. Zum Vergleich: Mein Lumia 930 mit Windows 10 Mobile dümpelt zwischen 7 % und 11 % CPU Last und etwa 500 MB RAM-Auslastung. Was bei 2 GB RAM aber weniger schlimm ist. Aber das sind alles Zahlen. Wer bisher kein Windows Phone hatte, der wird sich daran vermutlich nicht mal stören. Aber wer auch ein besser ausgestattetes Gerät sein eigen nennt, der wird den Unterschied spüren. Beim AnTuTu Benchmark kommen wir auf 8210 Punkte. Das ist bestenfalls Durchschnitt. Das Auto-Rennspiel Asphalt 8 läuft, bis auf das Intro, recht flüssig. Hier gibts nichts zu meckern.

In Sachen Audio ist das Archos 50 Cesium auf gutem durchschnittlichem Niveau. Der Lautsprecher könnte besser sein, ist aber für diesen Preis recht gut. Windows 10 Mobile ist meiner Meinung nach noch nicht bereit für Low-End Geräte, das merkt aber nur der, der das Gerät mit einem Flagship-Device vergleicht. Was wir nicht tun wollen in diesem Test.

Akkulaufzeit des Archos 50 Cesium

wp_ss_20160115_0001An der Akkulaufzeit kann ich fast nichts negatives feststellen. Zwar liegt der Akkuentleerer Wert mit 4:25h weit unter unserem Durchschnitt, aber das spiegelt sich kaum im realen Leben wieder. Wir kommen mit dem Akku einen guten Tag, wenn nicht sogar 2 Tage hin. Vorausgesetzt, dass Gerät liegt nicht 10m vom Router entfernt. Dann versucht das Gerät sich natürlich ständig mit dem Router zu verbinden und verbraucht entsprechend mehr Strom.

Speicherplatz und Erweiterungsmöglichkeiten im Archos 50 Cesium

50Cesium_Archos 50 Cesium (13)Intern verfügt das Gerät über 8 GB Speicher. Das System schlägt mit fast 5 GB schon ordentlich zu Buche. Das heißt, eine SD-Karte ist definitiv einzuplanen. Offiziell unterstützt das Archos 50 Cesium 32 GB Micro-SD Karten. Ob auch größere Speicherkarten erkannt werden, wie von Microsoft versprochen, konnten wir nicht testen.

Zur Software auf dem Gerät

Mit Windows 10 Mobile kommt das recht junge Betriebssystem auf dem Archos 50 Cesium zum Einsatz. Wie unter Performance erwähnt, gibt es noch ein paar “Ladehämmungen”. Als ich das Gerät auspackte war Windows 10 Mobile als build 10586.0 vorinstalliert. Wenig später kam schon das erste Update auf build 10586.29.

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Typisches Edge-Problem

Auch Archos aktualisierte die Firmware dann noch einmal mittels “Archos Update”. Patchnotes dazu habe ich keine gefunden. Die Updates zeigen aber, dass Microsoft direkt die Updates für alle Windows Phones verteilt. Und das finden wir gut. Wer also das Argument, dass Lumias mit Updates versorgt werden, die OEMs aber nicht, vorschiebt, der irrt. Wir gehen davon aus, dass die Low-End Geräte bald schon mit mehr Geschwindigkeit via Windows 10 Mobile Update ausgestattet werden könnten. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen. Das Archos 50 Cesium kommt mit einem sehr sauberen Windows 10 Betriebssystem daher. Nervende Apps – wie Bild oder Sky – sind nicht vorinstalliert. Probleme beim Browser Edge, die wir schon von anderen Windows 10 Mobile Geräten kennen, sind 1:1 auch hier zu finden. Beispielsweise werden die Favoriten über die noch zu ladene Webseite eingeblendet, bis sie irgendwann von selbst verschwinden …

Fazit unseres Archos 50 Cesium Tests

Wer einen günstigen Einstieg in die Welt von Windows 10 Mobile machen will, sollte zum Archos 50 Cesium greifen. Archos hat einige Schwächen des 40 Cesium ausgemerzt. Das Display ist ein Augenschmaus und die Wertigkeit ist angenehm hoch. Wem das Design eines Samsung Galaxy S3 gefällt, wird auch mit dem 50 Cesium glücklich. Obwohl man Archos hier eine veraltete Optik unterstellen könnte. Nicht so angetan sind wir vom mieserablen WLAN-Modul und den eher dürftigen Kameras. Allerdings sollte man sich auch bewusst sein, dass man für einen derart niedrigen Preis mit gewissen Abstrichen rechnen muss. Die Alternative wäre das Lumia 550, welches bis auf ein kleineres Display, absolut identisch ist mit dem Archos 50 Cesium. Wenn Archos sein KnowHow nun in ein besser ausgestattetes Windows Smartphone stecken könnte, wie beispielsweise dem Android Modell “Diamond S”, würde dabei sicher eine tolle Symbiose aus Preis und Leistung entstehen. Aber auch das 50 Cesium spielt in Sachen Preis/Leistung bei uns ganz oben mit. Aufgrund des sehr störenden WLAN-Moduls, reicht es leider dennoch auch diesmal nicht ganz zur vollen Punktzahl. Das Archos 50 Cesium kann in Deutschland für 129,99€ und in Frankreich bereits ab 99,99€ bestellt werden.

Positiv

  • Gute Akkulaufzeit
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Erweiterbarer Speicher
  • Wechselbarer Akku
  • Sehr gutes Display

Negativ

  • WLAN-Modul sehr schwach
  • Kameras unterdurchschnittlich
  • Micro USB-Buchse

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