IFA 2026: Diese Techniktrends und Neuheiten stehen in Berlin im Fokus
Kurz vor dem Start der IFA 2026 zeichnet sich ab, welche Technikthemen in Berlin besonders im Mittelpunkt stehen werden. Beim Presseevent ShowStoppers wollen mehr als 120 Unternehmen neue Produkte und Konzepte präsentieren – von Balkonkraftwerken und mobilen Stromspeichern über Kameras und Sicherheitstechnik bis hin zu Smartphones, KI-Geräten und Lösungen für Kreative.
ShowStoppers findet am 3. September in Halle 5.3 der Messe Berlin statt. Einen Tag später beginnt die IFA, die vom 4. bis 8. September 2026 für Besucher geöffnet ist. Bei zahlreichen angekündigten Produkten fehlen bislang allerdings noch konkrete Angaben zu Preisen, Verkaufsstart oder Verfügbarkeit in Deutschland.
Mobile Energie wird zum wichtigen Messethema
Einen Schwerpunkt bilden Lösungen zur mobilen und dezentralen Stromversorgung. Jackery will unter anderem neue Systeme für Balkonsolar sowie eine weitere Generation seiner tragbaren Energiespeicher präsentieren.
Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits seit einigen Jahren deutlich zu beobachten ist: Powerstations entwickeln sich zunehmend vom Camping-Zubehör zu vielseitigen Energiespeichern für Haushalt, Freizeit und mobiles Arbeiten.
Auch Vention kündigt eine neue Powerstation aus seiner H-Serie an. Der Hersteller stellt dabei insbesondere eine unkomplizierte Bedienung und das Produktdesign heraus. Wie leistungsfähig die Geräte tatsächlich sind und wie sie sich im praktischen Einsatz schlagen, lässt sich ohne vollständige technische Daten und unabhängige Tests derzeit allerdings noch nicht beurteilen.
Im kleineren Leistungsbereich treten weitere Anbieter an. ReelCharge will nach dem Start in den USA stärker auf dem europäischen Markt aktiv werden und unter anderem Powerbanks sowie Ladegeräte mit integrierten Kabeln zeigen. Scosche plant ebenfalls neue mobile Akkus und Ortungslösungen, die mit Apples „Wo ist?“-Netzwerk beziehungsweise Googles Find Hub zusammenarbeiten sollen.
Der Übergang zwischen klassischem Smartphone-Zubehör und mobiler Energieversorgung wird damit zunehmend fließend. Entscheidend dürfte bei vielen Produkten letztlich sein, wie viel Leistung, Kapazität und Ladegeschwindigkeit sie im Verhältnis zu Größe, Gewicht und Preis tatsächlich bieten.
Kameras und Smart Home setzen stärker auf künstliche Intelligenz
Auch Kameratechnik und vernetzte Sicherheitsprodukte gehören zu den größeren Themen rund um die IFA.
Insta360 will verschiedene Lösungen für 360-Grad-Aufnahmen und KI-gestützte Bildbearbeitung demonstrieren. Die Software wird dabei für Kamerahersteller zunehmend ebenso wichtig wie die eigentliche Hardware: Automatische Motiverkennung, Nachbearbeitung und die Auswahl geeigneter Bildausschnitte sollen Nutzern immer mehr Arbeit abnehmen.
AgfaPhoto und Kodak haben ebenfalls neue Fotoprodukte angekündigt, ohne bislang ausführliche Details zu den einzelnen Geräten zu nennen.
Im Bereich der Heimüberwachung wollen unter anderem EZVIZ und Reolink neue Produkte vorstellen. Geplant sind Sicherheitskameras, intelligente Türschlösser und Video-Türklingeln.
Besonders interessant dürfte dabei die Frage werden, wie die Hersteller mit Datenschutz und lokaler Datenverarbeitung umgehen. Bei modernen Überwachungssystemen entscheidet nicht allein die Kameraqualität über die Alltagstauglichkeit. Ebenso relevant sind Verschlüsselung, Cloud-Zwang, Speicherort und Speicherdauer von Aufnahmen sowie die Möglichkeit, Videos ausschließlich lokal zu verarbeiten.
Für deutsche Nutzer kommt ein weiterer Punkt hinzu: Technisch mögliche Überwachungsbereiche sind nicht automatisch rechtlich zulässig. Private Kameras dürfen beispielsweise öffentliche Verkehrsflächen oder Nachbargrundstücke nicht beliebig erfassen.
TECNO zeigt Konzept für nahezu randloses Smartphone
Auch bei Smartphones sind neue Gerätekonzepte angekündigt.
TECNO will ein sogenanntes „Next-Gen Bezelless Concept Phone“ zeigen. Im Mittelpunkt steht offenbar ein Display mit besonders schmalen beziehungsweise nahezu vollständig verschwindenden Bildschirmrändern.
Zunächst handelt es sich allerdings um ein Konzeptgerät. Ob daraus später ein regulär verkauftes Smartphone hervorgeht, ist bislang offen.
Zum Messeauftritt des Herstellers sollen außerdem neue Notebooks gehören. Genannt wird unter anderem das wandelbare MEGABOOK T15 360 Pro. Hinzu kommen gemeinsam mit Tonino Lamborghini gestaltete Geräte sowie weitere Produkte, die TECNO seinem wachsenden KI-Ökosystem zuordnet.
KI-Notebooks und AR-Brillen erweitern das Geräteangebot
Auch iFLYTEK will künstliche Intelligenz stärker mit klassischer Unterhaltungselektronik verbinden.
Das Unternehmen kündigt neue KI-Notebooks sowie eine leichte AR-Brille an. Diese soll unter anderem Funktionen zur Geräuschunterdrückung mit der Erkennung von Lippenbewegungen kombinieren und dadurch Kommunikation über Sprachgrenzen hinweg erleichtern.
Bei seinen KI-Notebooks betont der Hersteller besonders den Schutz privater Daten.
Gerade bei solchen Geräten dürfte jedoch entscheidend sein, welche Funktionen tatsächlich direkt auf dem Gerät verarbeitet werden und welche eine Verbindung zu externen Cloud-Diensten benötigen. Dazu liegen bislang noch keine umfassenden technischen Angaben vor.
Die IFA dürfte damit erneut zeigen, wie sich der Begriff „KI-Gerät“ weiter ausweitet. Künstliche Intelligenz ist inzwischen nicht mehr auf Smartphones oder Computer beschränkt, sondern wird zunehmend mit Kameras, Wearables, Haushaltsgeräten und anderen Produktgruppen verbunden.
Desktop-UV-Druck für Tausende Materialien
Eine ungewöhnlichere Neuheit kommt aus dem Bereich der Kreativtechnik.
Morpho will ein kompaktes UV-Drucksystem vorstellen, das nach Angaben des Unternehmens auf mehr als 2.000 unterschiedlichen Materialien drucken können soll.
UV-Druck ermöglicht beispielsweise die direkte Bedruckung verschiedener fester Oberflächen und ist deshalb unter anderem für personalisierte Produkte, Kleinserien und professionelle Kreativanwendungen interessant.
Ob das angekündigte Desktop-System tatsächlich Ergebnisse auf industriellem Niveau erreicht, muss sich allerdings erst zeigen. Für eine Bewertung spielen neben der reinen Druckqualität auch Geschwindigkeit, Materialkosten, Wartungsaufwand und die Lebensdauer der Komponenten eine Rolle.
Bei UV-Druckern sind außerdem Aspekte wie Tintenchemie, UV-Aushärtung und ein sicherer Betrieb insbesondere in geschlossenen Arbeitsräumen relevant.
Einige Hersteller halten ihre Neuheiten noch zurück
Noch ist nicht bekannt, welche Produkte tatsächlich alle unmittelbar vor der IFA vorgestellt werden.
Mehrere große Zubehörhersteller, darunter Anker, Epomaker und Ugreen, planen nach Angaben des Veranstalters weitere Präsentationen. Teile dieser Ankündigungen stehen jedoch noch unter Embargo und dürfen erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.
Damit dürfte die endgültige Produktliste des ShowStoppers-Events deutlich umfangreicher ausfallen als die bislang öffentlich bekannten Neuheiten vermuten lassen.
ShowStoppers wächst deutlich
Nicht nur die Zahl der Produkte, sondern auch die Veranstaltung selbst wird größer.
Nach Angaben von ShowStoppers steigt die Zahl der teilnehmenden Unternehmen von 86 im Jahr 2025 auf mehr als 120 im Jahr 2026. Aufgrund der größeren Nachfrage zieht das Presseevent deshalb in Halle 5.3 der Messe Berlin um.
Mehr als 1.100 Journalisten, Content Creator und Branchenanalysten aus insgesamt 59 Ländern sollen sich nach Angaben des Veranstalters bereits registriert haben.
Das Event bleibt allerdings Fachbesuchern beziehungsweise eingeladenen Medienvertretern vorbehalten. Für das breite Publikum öffnet die IFA anschließend vom 4. bis 8. September.
Viele entscheidende Details fehlen noch
Die ersten Ankündigungen zeigen bereits deutlich, welche Entwicklungen die Unterhaltungselektronik derzeit prägen: Energieversorgung wird mobiler und dezentraler, künstliche Intelligenz zieht in immer mehr Geräteklassen ein und vernetzte Kameras beziehungsweise Smart-Home-Systeme erhalten zusätzliche Analysefunktionen.
Gleichzeitig ist bei vielen Produkten noch Zurückhaltung angebracht.
Entscheidende Informationen fehlen bislang häufig: Wie hoch sind die Preise? Welche Produkte erscheinen tatsächlich in Deutschland? Wann beginnt der Verkauf? Welche Funktionen arbeiten lokal, welche benötigen eine Cloud? Und wie unterscheiden sich die neuen Geräte im Alltag von bereits erhältlichen Lösungen?
Erst mit den vollständigen Präsentationen rund um die IFA 2026 dürften viele dieser Fragen beantwortet werden.
Quellenhinweis
Grundlage der angekündigten Produkte sind Informationen von ShowStoppers sowie offizielle Angaben der IFA. Technische Eigenschaften, für die bislang keine unabhängigen Tests vorliegen, sind als Herstellerangaben beziehungsweise Ankündigungen zu verstehen.

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Thomas Wolf vor 2 Wochen, 5 Tagen.